Fukushima

Medienübersicht zu Fukushima – wird ständig automatisch aktualisiert.

Und ein Kommentar aus dem Echo des Tages von WDR 5  und NDR-Info:

Unfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima – Westliche Experten befürchten Kernschmelze

Dazu ein Kommentar von Holger Beckmann

Jetzt ist es also wieder passiert. Ein Atomkraftwerk ist explodiert. Noch weiß keiner genau: ist es wirklich ein GAU, die gefürchtete Kernschmelze, oder hoffentlich doch nicht ganz so schlimm. Zumindest für die politische Diskussion, die aus diesem furchtbaren Geschehen in Japan hier folgt, ist das allerdings nicht entscheidend. Denn was passiert ist, zeigt allen, die es bisher nicht glauben konnten oder wollten oder beides: Energiegewinnung aus Kernspaltung kann keiner verantworten. Sicher, der Mensch beherrscht die Technik vergleichsweise gut. Sicher auch, dass moderne Atomreaktoren so sicher sind wie nie zuvor – aber: 100prozentig sicher eben nicht. Es bleibt ein Restrisiko. Statistisch mag das noch so klein sein – nur: wenn der unwahrscheinliche Fall eintritt, dann kommen – mehr oder weniger heftig – Zerstörung und Strahlentod. Das ist und bleibt so beunruhigend wie es klingt. Dass die Bundesregierung mit ihrem so genannten Umweltminister Norbert Röttgen nun vor gar nicht langer Zeit dafür gesorgt hat, dass in Deutschland auch ziemlich alte – das heißt: vergleichsweise unsichere – Atomkraftwerke noch viele Jahre weiter Atomstrom produzieren dürfen, erscheint da geradezu als Ironie des Schicksals. Tschernobyl ist gerade vergessen – werden Union und FDP sich gedacht haben, da ist es politisch vergleichsweise ungefährlich, der deutschen Atomlobby ein schönes Geschenk zu machen. Falsch gedacht. Denn es gibt viele, zu viele Atomreaktoren auf diesem Globus – irgendwann geht wieder etwas schief – wie jetzt in Japan, und dann ist nichts vergessen, dann wird die hässliche Fratze der Kernenergie wieder sichtbar. Und wer jetzt denkt, hier klinge Schadenfreude durch, der irrt gewaltig. Zur Freude ist kein Grund – wohl aber dazu, aus der Atomkraft auszusteigen. Zumindest in Deutschland war man da ja mal auf gutem Weg. Aber dann kam schwarz-gelb. Man sollte den Weg wieder einschlagen – schnell.

 

Im Podcast:

http://gffstream-6.vo.llnwd.net/c1/m/1299954683/radio/echo/wdr5_echo_des_tages_20110312.mp3

 

 

Kursiv = eingefügt, da Internetauftritt fehlerhaft

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