Wolfenbüttel-Jülich

Gemeinsame Pressemitteilung der Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) – Initiative für eine verantwortungsvolle Energiepolitik und des linksrheinischen Aktionsbündnisses STOP Westcastor.de

6.April 2011:

 

Die Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) und das Linksrheinische Aktionsbündnis STOP Westcastor (ASW) fordern in einer gemeinsamen Erklärung das Jülicher Forschungszentrum (FZJ) und das Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) als Aufsichtsbehörde und auch als Betreiber des Salzstockes Asse auf, ihren Beitrag zu einer umfassenden Aufklärung zu leisten, welche radioaktiv belasteten Stoffe am 23. November 1976 und am 15. Dezember 1976 in insgesamt drei Behältern per Bahn von Jülich aus in die Asse gebracht wurden.

Dazu erklärt der Sprecher von Westcastor, Siegfried Faust aus Jülich: „Bisher waren wir davon ausgegangen, dass 1976 so genannte Moderatorenkugeln (das sind zu Forschungszwecken mit Neutronen bestrahlte mittelradioaktive Graphitkugeln) aus der AVR- Forschung in die Asse gebracht wurden, was angesichts des Zustandes des dortigen Salzstockes schon schlimm genug ist. Die Aussage des FZJ und des BFS, dass es sich bei den Transporten Ende 1976 schon deshalb nicht um Brennelemente gehandelt haben kann, weil das Gesamtgewicht zu niedrig gewesen sei, wirft aus unserer Sicht die Frage auf: „Wieso sollte das Gewicht von mit Neutronen behandelten Kugeln gegenüber den in der Größe offensichtlich identischen Brennelementekugeln wesentlich abweichen?“

Wolfgang Bischoff von der Wolfenbütteler AtomAustiegsGruppe ergänzt: „Wir rätseln seit langem, worin die Ursache für die hohe Tritiumbelastung in und um die Asse zu suchen ist.“

Udo Dettmann von der Asse II-Begleitgruppe ergänzt:

Im Untersuchungsausschuss wurde mehrfach dargestellt, dass es auf der Asse keine Waage gegeben hat. Somit konnte das Gewicht der Fässer nie überprüft werden. Durch die eingesetzten Verlademaschinen wäre ein Gewichtsunterschied nicht weiter aufgefallen.“

 

Beide Bürgerinitiativen verlangen von den Verantwortlichen eine restlose Aufklärung über die genauen Lieferungen aus dem FZJ in die Asse.

 

Weitere Informationen zum Kugelhaufen-Forschungsreaktor in Jülich:

ARD Tagesthemen vom 8.April 2011:1978: Beinahe-Katastrophe in Jülich
AKS Sendung vom 8.4.2011: Die ewige Verstrahlung
AKS Sendung vom 7.4.2011: Wie Jülich fast zum NRW- Tschernobyl wurde“

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