Die Atomindustrie mischt bei der Asse-Sanierung mit

Am 18.06.2011  berichete die Braunschweiger Zeitung über einen Test zur Behandlung der Asse-Lauge bei der Firma Eckert und Ziegler in Braunschweig-Thune. Empfohlen wurde dieses Verfahren u. a. von der Firma Gesellschaft für Nuklearservice (GNS).

Gesellschafter der GNS sind die Unternehmen E.ON Kernkraft (48 %), RWE Power (28 %), Südwestdeutsche Nuklear-Entsorgungs-Gesellschaft (18,5 %) und Vattenfall Europe (5,5 %).

Am 17.6.2011 berichtete der NDR unter dem Titel “ Noch mehr Plutonium in der Asse?“, dass der TÜV Süd dies in einem Gutachten festgestellt habe.

Über die enge Verknüpfung zwischen TÜV Süd und Atomindustrie haben wir auf diesem Blog bereits berichtet.

Probleme in der Prüftätigkeit des TÜV führten bereits 2004 zu einem Rundschreiben des Bundesumweltministeriums  an die Umweltministerien der Bundesländer in der Änderungen in der Abwicklung der Prüfverfahren gefordert wurden. Die Länderbehörden haben sich geweigert, diesem Rundschreiben nachzukommen.

Im BMU hat 2008 eine Arbeitsgruppe das Thema Ungleichgewicht zwischen Behörde und sachverständigen Organisation behandelt und dazu ein sechsseitiges Papier erstellt., in dem u.a. festgestellt wird „Eine zu große Betreibernähe beeinträchtigt die Qualität und Unabhängigkeit der Beratung“ und „Die Behörden begeben sich in Abhängigkeiten des TÜV, aus der sie sich nur mit erheblichen Aufwand punktuell befreien können.“ Wen wundert es, dass dieses Papier unter Verschluss gehalten wurde.

Es bleibt festzustellen, dass Unternehmen, die sich im Besitz der Atomindustrie befinden oder denen eine große Nähe zur Atomindustrie nachgesagt wird, sich schon eifrig mit Fragen der Asse beschäftigen.

Die Atomindustrie ist auf dem Weg sich nach der Billigentsorgung des Atommülls in der Asse – teilweise über den Umweg über das Forschungszentrum Karlsruhe – jetzt bei der Bergung des eigenen Mülls erneut eine goldene Nase zu verdienen – auf Kosten der Steuerzahler.

Nachtrag: Ein Leserbrief zur Artikel der BZ, in dem einige weitere Faktoren beleuchtet werden, kann hier aufgerufen werden.

Nachtrag 2: Die während der Mahnwache am 20.6.2011 angesprochene Bundestagsanfrage kann hier eingesehen werden. Ergänzend sei auf die Beantwortung der Frage 20 hingewiesen. Kein Vermögen – keine Haftung … oder wie es der Volksmund ausdrückt „einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche fassen“.

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