Asse II-Koordinationskreis – Presseerklärung zur Suche nach einem Zwischenlagerstandort für den Atommüll aus der Asse:

„Zwischenlager-Standort für den Atommüll aus der Asse nach klaren
Kriterien mit offenem Ergebnis suchen!“

Das Bundesamt für Strahlenschutz beabsichtigt, den Atommüll aus der Asse
zurückzuholen. Für den zurückgeholten Müll soll ein Zwischenlager erstellt
werden, denn er muss vor einer auf Dauer angelegten Lagerung
möglicherweise für Jahre und Jahrzehnte zwischengelagert werden. Diese
Zwischenlagerung muss so erfolgen, dass sie den höchstmöglichen
Sicherheitsstandards folgt und von ihr die geringstmögliche Belastung der
Bevölkerung ausgeht.

Der Asse II-Koordinationskreis fordert für den Standort eines solchen
Zwischenlagers ein zügiges, kriterienbasiertes und ergebnisoffenes
Auswahlverfahren.

Zu berücksichtigende Kriterien sind dabei insbesondere:
– Gefahren durch Bergschäden,
– Gefahren durch Brand oder Überflutungen,
– Abstand zur Wohnbebauung,
– Gefahren durch Transporte,
– Gefahren für eventuelle Trinkwasser-Gewinnung,
– Rückwirkung auf den Prozeßablauf der Rückholung,
– Gefahren durch Tieffluggebiete oder Truppenübungsplätze.

Für Bau und Betrieb müssen weiterhin folgende Kriterien gelten:
– Auslegung und Betrieb dieses Zwischenlagers müssen ausschließlich auf
den Asse-Müll beschränkt bleiben.
– Ein privater Betreiber ist ausgeschlossen.
– Der Schutz vor Entwendung radioaktiven Materials muss gewährleistet sein.

„Ein Zwischenlager für den Atommüll aus der Asse muss mitnichten an der
Asse errichtet werden,“ so Andreas Riekeberg, Mitglied des Asse
II-Koordinationskreises, „denn Störfälle können vielfältige Ursachen haben
und Transporte stellen nicht die einzige Gefahr für Kontaminationen durch
Radionuklide dar. Der Betreiber sollte den am wenigsten unsicheren Ort
suchen.“

Im Zusammenhang mit der Auswahl eines Ansatzpunktes für einen neuen
Schacht in der Asse hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) einen
gemeinsamen Standort für erforderlich erachtet. In der Studie „Konzept und
Genehmigungsplanung für einen weiteren Schacht” heißt es: „Zur Vermeidung
unnötiger Transportwege und zur Reduzierung von Störfällen ist es
erforderlich, den Schacht und das Zwischenlager an einem gemeinsamen
Standort oder in unmittelbarer Nähe zu errichten.”

Dazu erklärt Udo Dettmann für den Asse II-Koordinationskreis: „Auch vor
dem Hintergrund der vielbeschworenen Transparenz von Politik und Behörden
und der andauernden Proteste gegen andere Atommülllager-Standorte, z.B. in
Gorleben, Ahaus und Lubmin, ist ein nachvollziehbares, zügiges,
kriterienbasiertes und ergebnisoffenes Auswahlverfahren für die
Zwischenlagerung des Atommüll aus der Asse unumgänglich.“

Für Rückfragen:
Dipl.-Ing. Udo Dettmann, Tel.: 0177 – 2 00 00 86
Andreas Riekeberg, Tel.: 05331 – 77370 (So. ab 11.30 Uhr, außer So.,
16.30-18.30 Uhr)

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