Strom speichern im Gasnetz wird Realität

Der Ausbau der erneuerbaren Energien geht voran. Immer mehr Menschen unterstützen mit ihrem Wechsel zu Ökostrom die Energiewende. Ein kritischer Punkt ist aber noch, dass Angebot und Nachfrage beim Strom nicht zeitgleich sind und dass Strom schlecht speicherbar ist.

Die Folge davon ist, dass zum Beispiel Windkraftanlagen abgeschaltet werden müssen, weil die Stromnetze sonst überlastet würden. Das gilt aber auch langfristig, beim Umbau der Energielandschaft: wenn Wind, Sonne und Wasser mehr Energie liefern, als gerade gebraucht wird. Das Stromnetz kann Energie nicht speichern.

Die bisher genutzten Methoden zur Speicherung wie Batterien, Pumpspeicherkraftwerke oder Druckluftkraftwerke sind entweder zu schwach oder aus geologischen und Umweltschutzgründen in Deutschland kaum in erforderlichem Maße realisierbar.

Hier soll eine seit 200 Jahren bekannte Technik Abhilfe schaffen, indem überschüssiger Strom durch Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und im Erdgasnetz transportiert und genutzt wird.

Mit Greenpeace Energy ist jetzt der erste Anbieter auf dem Markt, der unter dem Namen Windgas einen Gastarif anbietet, bei dem mit diesen Anlagen überschüssiger regenerativer Strom zur Wasserstofferzeugung genutzt werden soll. Die Anlage soll 2012 in Betrieb gehen und ins Erdgasnetz einspeisen, der Tarif mit Förderung dieser Technik wird bereits ab Okt. 2011 angeboten.

Das Erdgasnetz und die vorhandenen Erdgaskavernen haben im Vergleich zum Stromnetz und den möglichen Stromspeichern ein riesiges Speichervolumen. Das Gas kann für Heizungen, Fahrzeuge oder in großen oder kleinen Kraftwerken und Blockheizkraftwerken auch wieder zur Stromerzeugung genutzt werden.

Die Beimischung von Wasserstoff ins Erdgasnetz ist aus technischen Gründen nicht beliebig, sondern nur in bestimmten Grenzen möglich. Wenn diese Grenzen erreicht werden, besteht aber die Möglichkeit, den Wasserstoff zusammen mit CO2 zu Methan weiterzuverarbeiten und damit quasi zu Erdgas. Dann sind der Beimengung keine Grenzen mehr gesetzt. Siehe auch unsere Beiträge zur Methanisierung I und Methanisierung II

Hier ist eine optimale Verknüpfung der Energien Strom und Gas und ihrer vorhandenen Infrastrukturen möglich.

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