Zur Diskussion: Asse II – „Ich bin zwei Endlager“

Auf dem Gelände eines Atomkraftwerkes können sich durchaus zwei Atomanlagen befinden: Das Kraftwerk und ein Zwischenlager. Beide Anlagen unterliegen eigenen atomrechtlichen Genehmigungsverfahren. Das ergibt durchaus auch Sinn, da beide Anlage in unterschiedliche Art und Weise eine Gefahr darstellen.

Was hat das mit der Asse zu tun?

Der Asseschacht wird zur Zeit wie eine Atomanlage betrachtet. Das bedeutet, dass sich das Genehmigungsverfahren an der Einlagerungskammer orientiert, die den größten Aufwand bei der Bergung das Atommülls erfordert.

Das hat u.a. zur Folge, dass es keine Möglichkeit gibt, bei leichter zugänglichen Kammern Wissen und Erfahrungen zusammeln, bevor man auf den schwer zugänglichen Atommüll.

Die Einlagerungsbereiche des mittel- und des  „schwachaktiven“ Atommülls  liegen über 200 m voneinander entfernt und bewegen sich damit durchaus in einem ähnlichen Abstand wie Atomkraft und Zwischenlager.

Noch viel wichtiger: Der Zustand des Atommülls in den Einlagerungskammern ist sehr unterschiedlich.

Gestapelte Behältnisse im Bereich des sog. mittelaktiven Atommülls.

Eine nur durch einen Drahtverschlag abgetrennte Kammer bis hin zu Kammern, in denen der Atommüll „verstürzt“, anschließend mit Salz bedeckt und dann mit Radladern „planiert“ wurde, im Bereich des „schwachaktiven“ Atommülls.

Welche Vorteile böte eine rechtliche Aufteilung des Asseschachtes in mehrere Atomanlagen?

Eine rechtliche Aufteilung des Asseschachtes in mehrere Atomanlagen könnte dazu führen, dass – was in Anbetracht der unterschiedlichen Verhältnisse in den einzelnen Kammern durchaus sachgerecht wäre – unterschiedliche Genehmigungsverfahren und unterschiedliche Auflagen für die einzelnen Bereiche zum Tragen kämen.

Es könnten über diesen Weg die Grundlagen dafür geschaffen werden, dass mit der Bergung in den leichter zugänglichen Kammern begonnen werden könnte.

– Die Bergung könnte früher beginnen.

– Es könnte im Sinne der Aussage „jedes geborgene Fass ist ein Gewinn“ ein deutlicher Sicherheitsgewinn erreicht werden.

– Auf der technischen Seite könnte bei einer weltweit erstmals anstehenden Aufgabe ein sich weiterentwickelndes System der Bergung entwickeln.

Wir meinen: Gründe genug, diese Idee einer intensiven rechtlichen Prüfung zu unterziehen.

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