Probebohrung im Asse-Schacht – auch danach ist es „vor der Hacke dunkel!“

Der nach langem Hin-und-Her am 1.6.2012 medienwirksam inszenierte erste Probebohrung im Asse-Schacht ist Bestandteil der sogenannten Faktenerhebung.

Die vom ehemaligen Bundesumweltminister vorgeschaltete Faktenerhebung wurde von Beginn an von den Bürgerinitiativen kritisiert.

Sie wurde u. a. dadurch begründet, dass in den einzelnen Kammern unterschiedliche Einlagerungstechniken  (vom Stapeln bis zum Verschütten mit anschließendem Planieren mit Bulldozern) zur Anwendungen kamen.
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Die bei der Probebohrung in Kammer 7 gewonnen  Erkenntnisse werden nicht auf andere Kammern und wahrscheinlich nicht einmal für unterschiedliche Verhältnisse innerhalb der Kammer 7 anwendbar sein, die nicht von der Anborung erfasst werden.  Auch nach der Anbohrung der Kammer 7 gilt für den weiteren Prozess in der Asse der alte Bergmannsspruch „Vor der Hacke ist es dunkel“.
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Für eine seriöse Bergung muss für jede einzelne Kammer der schlechteste zu erwartenden Zustand der Gebinde zugrunde gelegt werden. Für Kammern, in denen wie in Kammer 7 das Versturz- und Planierverfahren angewandt wurde, muss davon ausgegangen werden, dass jedes Gebinde zerstört und verrottet ist. Anders ist ein verantwortungsvolles Vorgehen bei der Bergung nicht denkbar. Jedes vorgefundene intakte Gebinde ist ein Gewinn.
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Natürlich müssen die Verhältnisse in den einzelnen Kammern analysiert werden, allerdings als ständiger Bestandteil der Bergung und konkret auf  die jeweils aktuellen Verhältnisse in den einzelnen Kammern bezogen. Dies ist auch eine Grundvoraussetzung für den Schutz der Beschäftigten in der Schachtanlage.
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Die aktuell betriebene Probebohrung kann zur Räumung des Bergwerkes nur geringen Nutzen bringen. Sie verzögert die Bergung jedoch erheblich.
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Sinnvoll und praxisorientiert wäre es, zuerst Bergungskonzepte für die Kammern zu entwickeln, in denen der Atommüll relativ leicht zugänglich ist  Die dabei vorgefundenen Fakten und die gewonnenen Erfahrungen können für die erschwerten Bergungsbedingungen in anderen Kammern genutzt werden.

Der damalige Betriebsrat hatte übrigens schon 2009 vorgeschlagen zuerst die Kammer 4 zu öffnen, in der der eingelagerte Müll leichter zugänglich ist.

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