Zum Bericht „Für 200000 Kubikmeter Asse-Müll wird ein Zwischenlager benötigt“ vom 30. Juni und zur Veranstaltung zum Thema „Kriterienbericht Zwischenlager“ in der Lindenhalle:

Leserbrief in der Braunschweiger Zeitung vom 11-7-2012
Das Papier des BfS sieht zwar einen kriteriengesteuerten Entscheidungsprozess für die Auswahl eines Standortes für das Zwischenlager vor, trotzdem scheint es sich schon in zwei Punkten festgelegt zu haben: assenah und oberirdisch.

Dass das Pufferlager und die Anlage für die Neuverpackung assenah sein müssen, leuchtet ein, nicht aber das Zwischenlager. Dass das Pufferlager, das ja nur für die Zeit der Rückholung notwendig ist, größer sein muss, wenn das Zwischenlager nicht standortnah ist, ist nachvollziehbar, aber wogegen spricht das? An den Kosten wird es doch wohl nicht scheitern.

Das vom BfS vorgetragene Minimierungsgebot der Strahlenschutzverordnung darf nicht nur für den Vergleich der Transportwege gelten, sondern die Summe der Strahlenbelastung muss verglichen werden, die Summe aus der Strahlenbelastung durch den Transport und der durch das Zwischenlager. Laut BfS soll für das Zwischenlager nur die Einhaltung der Grenzwerte am Zaun maßgeblich sein, nicht aber beispielsweise eine möglichst weite Entfernung von Wohngebieten. Hier zählt das Minimierungsgebot dann wohl nicht mehr. Auch dem BfS ist doch bekannt, dass es sich bei den Grenzwerten nicht um Naturgesetze, sondern um Kompromisswerte handelt.

Unstrittig ist, dass der Müll überwachbar und rückholbar gelagert werden muss. Aber bedingt das ein oberirdisches Lager? Eine Tunnellösung könnte überdacht werden, um Risiken zu reduzieren.

Außerdem hält das BfS einen Betonboden als Barriere nach unten für ausreichend. Dabei wäre eine zusätzliche geologische Barriere wie eine Tonschicht auch beim Zwischenlager sinnvoll. Aufhorchen lässt der Nebensatz zur Größe des Zwischenlagers: „…wenn dort nicht noch andere Abfälle gelagert werden sollen“. Einfach ist die Rückholung nicht; sie ist aber leider die beste der schlechten Möglichkeiten. Alle müssen dazu beitragen, dass sie so gut wie möglich wird.

Eleonore Bischoff

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