Asse II: Keine weiteren Hürden für die Rückholung!

Presseerklärung des Asse II – Koordinationskreises

Die Organisierung der Rückholung des Atommülls aus der Asse duldet keine
Verzögerungen. Auch die zuletzt vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ins
Spiel gebrachten theoretischen Betrachtungen zu einer nicht vorhandenen
Langzeitsicherheit dürfen keine weiteren Hürden aufbauen.

Eile ist und bleibt geboten: Alle Beschleunigungsmöglichkeiten für die
Rückholung müssen ausgeschöpft werden. Das betrifft den Bau eines neuen
Schachts „Asse V”, die Planung und Errichtung eines Puffer- und eines
Zwischenlagers für den zu bergenden Atommüll, die Beschaffung und ggf.
Entwicklung geeigneter ferngesteuerter Bergetechnik, die Einstellung von
Fachpersonal und die Erstellung des notwendigen Regelwerkes.

Spätestens seit der Veröffentlichung des „hydrogeologischen Strömungs- und
Transportmodells” von Dr. Ralf Krupp
<http://www.asse-watch.de/Krupp_Hydromodell.pdf> im Juni 2010 ist klar:
Die Radioaktivität wird nicht im Berg bleiben. Dr. Krupp hatte gezeigt:
Sollte man versuchen, das Bergwerk zu füllen – und das heißt zu fluten! –
dann würde nach einem Schachtverschluss in wenigen Jahren ein großer Druck
aufgebaut werden, durch den Bergdruck und durch die bei der Korrosion der
Metalle entstehenden Gase. Dieser Druck würde die Radionuklide, die in der
Flutungslauge in Lösung gegangen sind, über die gleichen Wege aus dem Berg
auspressen, über die derzeit Lösung ins das Bergwerk einfließt. Diese Wege
führen ins Grund- oder Oberflächenwasser. Daher wäre dann mit
unkontrollierbaren Radioaktivitätsfreisetzungen zu unbekannten Zeiten an
unbekannten Orten in Norddeutschland zu rechnen. Das kann niemand wollen.

Bei einer Abwägung zwischen radioaktiver Belastung durch die Auspressung
der Radionuklide aus dem Berg auf der einen Seite und der radioaktiven
Belastung durch eine Rückholung des Atommülls auf der anderen Seite würden
sich zwei Modellrechnungen mit hohen Unsicherheitspotentialen
gegenüberstehen, die eine verantwortliche Entscheidung unmöglich machen.
Zwei Unbekannte lassen sich nicht der Größe nach sortieren.

Künftige Generationen wären bei einer Auspressung der Radionuklide den
Geschehnissen passiv ausgeliefert. Dagegen hat die heutige Generation
Möglichkeiten, im Prozess der Rückholung den Strahlenschutz immer weiter
zu verbessern und die Belastungen dadurch zu minimieren. Die Verantwortung
zu handeln liegt also bei uns Heutigen; es ist und bleibt ethisch geboten,
den Atommüll zu bergen.

Die Bundesrepublik Deutschland hat schuldhaft ungesetzlich den Atommülll
in die Asse eingelagert, sie hat ihn auch wieder aus dem Bergwerk zu
entfernen.

Der Bundestag muss der Notwendigkeit, die Asse zu räumen, durch eine klare
Festlegung auf die Rückholung in einer neuen Lex Asse gerecht werden,
diese Entscheidung darf nicht auf nachgeordnete Behörden von Ministerien
abgeschoben werden. Das Parlament ist hier gefordert, eine eindeutige
Positionierung vorzunehmen, ohne jegliche Hintertüren für eventuell anders
gelagerte Bestrebungen von Behörden.

Im Notfall kann die Entscheidung für die Rückholung des Atommülls aus der
Asse vom Gesetzgeber immer noch revidiert werden, das wäre dann wiederum
eine politische Entscheidung. Aber die seit mittlerweile bald 35 Jahren
betriebene Unterlassung der Rückholung wird irgendwann nicht mehr
umkehrbar sein. Daher gilt: Die Organisierung der Rückholung des Atommülls
aus der Asse duldet keine Verzögerungen, sie duldet keine ablenkenden
Diskussionen, keine Winkelzüge von Atom-Lobbyisten.

Der Asse II-Koordinationskreis fordert Betreiber und Behörden auf: Beginnt
endlich mit den Arbeiten zum neuen Schacht, beschafft Bergetechnik, stellt
hochqualifiziertes Personal ein, erstellt die Regelwerke und geht die
Planung und den Bau eines Puffer- und eines Zwischenlagers an!

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