Kommentar: Das verschwiegende Endlager

Wer den Begriff Endlager hört, denkt an das verabschiedete „Endlagersuchgesetz“ (das Standortauswahlgesetz heißt), an die Endlagerpläne in Gorleben und Schacht Konrad, an das durch die „Wiedervereinigung geerbte“ Endlager in Morsleben oder an den gescheiterten Endlagerversuch in der Schachtanlage Asse II.

An ein unter „Altlast“ abgebuchtes Endlager wird in aller Regel nicht gedacht.

Nicht nur in Atomkraftwerken fällt Atommüll an.

Der erste Schritt in der Atomwirtschaft ist der Uranbergbau. Wie in jedem Produktionsschritt fällt auch im Uranbergbau Atommüll an. So auch beim in Deutschland betriebenen Uranabbau in der „Wismut“ in Ost-Thüringen und Sachsen.

Was passiert mit dem Atommüll aus der Wismut? Wird dafür ein Endlager gesucht? Werden tiefe geologische Schichten für eine sichere Aufbewahrung gesucht?

Weit gefehlt: Rückstände aus dem Uranabbau wurde in Tagebaue gepumpt.

Wie heute damit umgegangen wird berichtet die Ostthüringische Zeitung wie folgt:

„Zunächst muss das Wasser abgepumpt werden, damit der belastete Schlamm abgedeckt werden kann. „Die Schlämme sind sehr fein und wie Treibsand“ …  Deswegen kommt darauf Vlies und Geogitter, um die Oberfläche tragfähig zu machen. Darauf wiederum kommt Drainage sowie Kies und Erdmaterial auch aus den umliegenden Halden. Danach werde das Gelände so gestaltet, dass das Oberflächenwasser natürlich abfließt. Weitere Erdschichten als Endabdeckung kommen hinzu. Darauf werden Gras und Bäume gepflanzt.“ 

Im Klartext: Tarnen und Täuschen. Statt Entsorgung: abdecken oder ehrlicher „verstecken“ und zwar so, dass das Oberflächenwasser „natürlich“ abfließt.

Der kleine Unterschied: Das radiologische Belastungspotential der Wismut entspricht dem der Asse.

Über die Asse spricht mittlerweile wieder zu wenig – über die Wismut fast gar nicht.

An der Asse sind wir gut beraten, einen ständigen Blick auf die Wismut zu werfen. Wenn die Schachtanlage Asse II absäuft, ist vorprogrammiert, dass eine Belastung des Grundwassers und früher oder später der Oberfläche erfolgen wird. Ähnlich, wie es schon heute in der Wismut der Fall ist.

Es steht zu befürchten, dass auch an der Asse „abdeckt“, versteckt und verdünnt wird. Das Risiko wird zum REST-Risiko und  und die radiologische Belastung wird nicht nur gemessen, sondern FREI-gemessen.

Der Zaubertrick „Hokus-Pokus-Altlast“-

Wenn ein Problem der Atomwirtschaft zu einer „Altlast“ erklärt werden kann, verschwindet wie von Zauberhand auch die Verantwortung.

Die Wismut ist die „Altlast“ eines anderen Gesellschaftssystems. Es steht zu befürchten, dass die Asse zur „Altlast des Verhaltens früherer Generationen“ erklärt wird.

Das „vorgefundene Problem“ muss so gut wie möglich gelöst werden – was immer gut sein mag.

Und nach außen hin wird heile Welt propagiert: „Wie es nach der Sanierung aussieht, lässt sich … besichtigen. An den Halden… sind kleine Bäume gepflanzt und auf dem Plateau weiden Pferde“.

Sowohl an der Wismut als auch an der Asse müssen wir der „Entverantwortung“ entgegen treten. Die Feststellung des „Tatbestandes Altlast“ löst für die Politik und die Technokraten ein Problem – aber nicht für die Menschen.

Faktencheck:

hier der Link auf den Artikel auf den wir uns bezogen haben.

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