Wer kritisiert die Energiewende? Und was macht die BZ mit Leserbriefen, die die Kritiker kritisieren?

Am 2.10.2013 habe ich einen Leserbrief zu „Die Lasten der Wende sind schlecht verteilt“ vom Sa. 28.9.2013 an die Braunschweiger Zeitung geschickt. Hier im kompletten Wortlaut. Die kursiv/fett markierten Stellen wurden von der BZ gestrichen. Die BZ behält sich zwar vor, zu lange Leserbriefe zu kürzen, auffällig ist aber, dass das genau da geschieht, wo Kritik geäußert wird.

Darf man bei der BZ nicht kritisch sein?

Text des Leserbriefes:
Bei der Diskussion zur Energiewende im Paläon äußerte sich auch ein Vorstandsmitglied der Avacon mit der Aussage „Heute sei es aber so, dass der Chefarzt, der sich das leisten kann, eine Photovoltaik-Anlage auf seinem Dach installiere und daran gut verdiene – dank Subventionen, die Rentner und Hartz-IV-Bezieher und andere über den Strompreis aufbringen müssten, die sich nie eine Solaranlage leisten könnten“.
Bisher hatte ich so ein Argument immer nur in Leserbriefen gefunden, aber nicht als Zitat von solcher Stelle.
Ich bin kein Chefarzt gewesen, sondern normaler Angestellter im öffentlichen Dienst und bin jetzt Rentner. Trotzdem betreibe ich eine Photovoltaikanlage auf unserem Dach, die etwas mehr Strom erzeugt als wir im Jahr verbrauchen. Durch die bestehenden Kreditmöglichkeiten z.B. der KfW kann jeder, der ein geeignetes Dach besitzt, auch ohne Eigenmittel solch eine Anlage installieren, auch ohne Chefarzt zu sein. Eine goldene Nase verdiene ich mir mit meiner Anlage nicht. Dadurch, dass sie im Gegensatz zu Atomkraftwerken versichert ist und durch neue Forderungen der Stadtwerke zum Zählereinbau, wird sie sich in 20 Jahren vielleicht gerade so rechnen, vielleicht auch nicht. Aber der saubere Strom ist es mir wert.
Ein hochrangiger Vertreter der Avacon sollte über diese Randbedingungen eigentlich informiert sein. Macht er solche Äußerungen weil er es nicht besser weiß? Das wäre sehr peinlich für ihn und sein Unternehmen. Oder macht er solche Äußerungen um die Energiewende im Interesse seines Unternehmens schlechtzureden? Diese Entscheidung mag jeder Leser für sich treffen. Peinlich für den Redner und das Unternehmen sind sie beide.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Ökostrom, Strom, Stromanbieter veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.