Zwischenlager als vorläufige Endlager mit unbestimmter Betriebsdauer?

Asse 2 ist mit dem Forschungszentrum Jülich seit Jahrzehnten verbunden.

Die Verbindung entstand aus der Einlagerung von – nennen wir sie einmal – „Kugelelementen“ aus dem Forschungsreaktor in Jülich. Bei diesen „Kugelelementen“ handelt es sich in der offiziellen Sprache entweder um „Moderatorenkugeln“ oder um „bestrahlte“ Testelemente. Egal wie man diese „Elemente“ nennt – sie stehen im Verdacht, das Tritiumproblem in der Asse zu verursachen.

Das Experiment „Kugelhaufenreaktors“ wurde vor Jahrzehnten aufgegeben.

Die Folgen beschäftigen die Anti-Atom-Bewegung in Jülich und in NRW genauso wie uns an der Asse.

In Jülich ist die Einlagerung von „Kugelelemente“ in einem „Standortzwischenlager“ erfolgt, dessen Betriebsgenehmigung abgelaufen ist. Die weitere Lagerung nach Ende der Betriebserlaubnis des Zwischenlagers ist von der SPD-Grünen-Landesregierung und von dem dortigen – nebenbei bemerkt aus Niedersachsen stammenden – Wirtschaftsminister Duin befristet geduldet worden. Auch diese befirstete Duldung läuft in weniger als 6 Wochen aus. Der weitere Umgang mit dem Atommüll ist zur Zeit noch nicht geklärt. (Presseerklärung der Bürgerinitiativen aus NRW finden Sie weiter unten.)

Was bedeutet das für uns an der Asse?

In Jülich ist deutlich geworden, dass ein „Zwischenlager“ kein tatsächliches „Zwischen“-Lager ist, für das eine Höchstbetriebsdauer feststeht. Zwischenlager müssen als vorläufige Endlager mit unbestimmter Betriebsdauer betrachtet werden.

Das wird auch für das Zwischenlager für den aus der Asse geborgenen Atommüll gelten. In dem Zusammenhang verweisen wir auf unsern Beitrag https://waagwf.wordpress.com/2013/11/15/geologisch-unsicher-aber-relativ-geeignet-oder-die-verquere-logik-eines-bundesamtes/

Es folgt die Presseerklärung aus Jülich und NRW

vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und dem Aktionsbündnis STOP Westcastor

Pressemitteilung 17.11.2013

Die Zeit läuft ab – Westcastoren nur noch 42 Tage geduldet! Verkündet Aufsichtsrat am Mittwoch Castortransporte nach Ahaus?

56 Tage nach der Bundestagswahl und 42 Tage vor Ablauf der atomrechtlichen Duldung der Westcastoren in Duisburg befürchten die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und Jülich einen Beschluss von Castortransporten nach Ahaus in der Aufsichtsratssitzung des Forschungszentrums Jülich am Mittwoch, den 20.11.2013. Und es dürfte die letzte Aufsichtsratssitzung vor Ablauf der Duldung sein.

Zur Erinnerung: Die Genehmigung des Jülicher Zwischenlagers war am 30. Juni diesen Jahres erloschen, seitdem gilt eine atomrechtliche Duldung der Düsseldorfer Atomaufsicht, ausgesprochen durch den Wirtschaftsminister Duin von der SPD. Weiterhin wird seitdem immer wieder beteuert, der Atommüll solle in die USA. Die AtomkraftgegnerInnen schenken Politik, Forschungszentrum und der GNS als Betreiberin des Ahauser Atommülllagers jedoch wenig Glauben, dass die Westcastoren nicht nach Ahaus sollen.

Die Landesregierung schweigt seit Wochen

Die Transportkosten in die USA werden mit ca. 450 Millionen Euro veranschlagt und  im Forschungszentrum Jülich wird nicht auf ein neues, weniger unsicheres und kostengünstigeres Zwischenlager hin gearbeitet. Von der rot-grünen Landesregierung gibt es zum Thema Westcastoren seit Wochen keine Wortmeldungen egal ob zum Zwischenlagerneubau in Jülich, zum BZA Ahaus oder USA – auch nicht auf Nachfrage der Anti-Atomkraft-Initiativen. Und eine Bundesregierung, die zu diesem hochbrisanten Thema arbeitet gibt es immer noch nicht.

Die Initiativen erwarten jetzt, dass sowohl die Rot-Grüne Landesregierung, als auch das Forschungszentrum und die noch regierende Bundesregierung so tun, als gäbe es keine Alternative zu den Transporten nach Ahaus. Da wird dann von „Sachzwängen“, „rechtlichen Vorschriften“ und „Sicherheitsmaßnahmen“ die Rede sein. Dass die Halle in Ahaus kaum besser und sogar älter als die Jülicher ist, spielt offenbar keine Rolle.  „Wir durchschauen die Verschleppungstaktik des FZJ nach dem Motto ‚Hauptsache weg von hier‘. Wir fordern in dieser Situation die Bundesregierung und die Verantwortlichen des FZJ auf, die Pläne für den Neubau eines Zwischenlager in Jülich ab sofort massiv zu forcieren, es ist offensichtlich von allen schlechten Lösungen die z.Zt. sicherste und wie jetzt bekannt wurde, die kostengünstigste Variante“, so Siegfried Faust vom Bündnis „Stopp Westcastor“.

USA Transport purer Wahnsinn!

Ein Mega-Übersee-Atomtransport dieser brandgefährlichen und graphitummantelten Atomkugeln in die USA ist der pure Wahnsinn und gefährdet Mensch und Umwelt. „Wir sind überzeugt davon, dass es keine sichere Lagerung für Atommüll geben kann,  auch in den USA nicht! Den Atommüll hin und her zu transportieren, löst überhaupt keine Probleme. Die Schlussfolgerung aus diesem Atommülldesaster ist die sofortige Schließung aller Atomanlagen“, erläutert Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Widerstandsaktionen in Planung

Die Transportabsichten, egal ob nach Ahaus oder in die USA, werden auf unseren entschiedenen Widerstand stoßen. Schon am kommenden Wochenende findet die NRW Anti-Atom-Landeskonferenz in Münster statt. Und dort werden bereits gemeinsame, auch bundesweite Widerstandsaktionen besprochen.  

 

 

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