Rostende Atommüllfässer in Brunsbüttel und anderswo – und was das mit dem Zwischenlager für den bundeseigenen Atommüll aus der Asse zu tun hat

Mehr Rost als Fass – 20.000 korrosionsbedrohte Atommülltonnen in allen AKW

Rostige Atommüllfässer: „Das passiert in jedem Zwischenlager

so titelten die Hessische Niedersächsiche Allgemeine und Spiegel-online zu den im Zwischenlager am AKW Brunsbüttel weiteren gefundenen durchgerosteten Atommüllfässern.

Das Zwischenlager am Forschungzentrum Jülich wird mittlerweile nach abgelaufener Genehmigung nur per Anordnung der Landesregierung NRW betrieben und hat auch den sog. Stresstest nicht bestanden. Die Genehmigung wurde nicht verlängert, weil dem Bundesamt für Strahlenschutz keine ausreichenden Unterlagen vorgelegt wurden. Die Anordnung erfolgte in Abstimmung mit dem Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Strahlenschutz.

Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig hat die Betriebsgenehmigung für das Zwischenlager am AKW Brunsbüttel aufgehoben.  Das OVG Schleswig hat die Revision gegen das Urteil nicht zugelassen. Hiergegen klagt das Bundesamt für Strahlenschutz.

Das Bundesamt für Strahlenschutz ist in den gegenwärtig aktuellen Auseinandersetzungen um Zwischenlager unmittelbar beteiligt.

Die Diskussion um ein Zwischenlager für den bundeseigenen Atommüll in der Schachtanlage Asse II dreht sich im Moment vorrangig um den Standort für dieses Zwischenlager. Aber unabhängig davon, an welchem Standort der Atommüll zwischengelagert werden soll, müssen unter dem Hintergrund von Jülich und Brunsbüttel die Bedingungen für die Zwischenlagerung neu definiert werden.

Angesichts einer ungelösten Frage der sogenannten „Endlagerung“, die nur eine auf Dauer angelegte Verwahrung des Atommülls sein kann, wird deutlich, dass die Genehmigungszeiten von Zwischenlagern „Hoffungsdaten“ sind. Dies gilt umso mehr, dass für den auf Dauer angelegten Verbleib des bundeseigenen Atommülls aus der Asse keine Planungen bestehen oder – was wir eher annehmen – aus „politischen“ Gründen nicht transpartent gemacht werden. Das öffentliche Denken des Bundesamtes für Strahlenschutz hört gegenwärtig beim Zwischenlager auf.

Das Urteil des OVG Schleswig macht – unabhängig des Ausgangs der aktuellen juristischen Auseinandersetzung – deutlich, dass sich die Sicherheitsanforderungen im Laufe der Betriebsdauer verändern werden. Sei es durch erhöhte Gefahren durch größere Flugzeuge oder „wirksamere“ panzerbrechende Waffen oder auch durch neue Formen von elektronischen Eingriffen. Der sogenannte Stuxnet-Virus kann eine vage Vorstellungen auf  die Risiken darstellen, die sich in den nächsten 40x Jahren eröffnen KÖNNTEN.  Ein Zwischenlager kann daher nicht nur genehmigt werden, weil die Sicherheitsbedingungen erfüllt werden, wie sich 201x darstellen. Es ist mindestens eine Nachrüstbarkeit einzuplanen.

Auch das Auffinden der durchgerosteten Fässer in Brunsbüttel und die Zitate zu Beginn dieses Beitrags machen deutlich, dsss die Überwachung im Inneren der Zwischenlager in einem Rahmen vernachlässig wird, der nur als verantwortunglos zu bezeichnen ist.

Es ist zur Zeit nicht erkennbar, dass das Bundesamt für Strahlenschutz für das Zwischenlager für den bundeseigenen Atommüll aus der Asse Konsequenzen zieht. Dies ist die aktuelle veröffentliche Handlungsgrundlage  des Bundesamtes für Strahlenschutz.

Stand: 23. Oktober 2012 (mit redaktionellen Änderungen unter Berücksichtigung der Stellungnahme der AGO-Rückholung vom 16.07.2013).

Das BfS hat die Stellungnahme der AGO zu „redaktionellen“ Änderungen benutzt. Aber keinen Anlass für inhaltliche Änderungen gesehen.

Eine Überarbeitung in Eigenverantwortung des BfS  aufgrund von Jülich oder Brunsbüttel? Ebenfalls Fehlanzeige!

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