Kommentar Neue Presse Hannover/Suche nach Atommüll-Endlager

Hannover (ots) – Es muss für Gegner des Schachts Konrad eine bittere Erfahrung gewesen sein. Jahrelang kämpfen sie vergeblich gegen die Anerkennung des Bergwerkschachts in Salzgitter als Atomendlagerstätte an – und wenige Jahre, nachdem sie ihren Kampf anscheinend endgültig vor dem Bundesverfassungsgericht verloren haben, kommt auf einmal eine ungeahnte Bewegung in die Endlagerdebatte. Plötzlich scheint alles möglich, sogar eine Abkehr vom umkämpften Standort Gorleben.

Nur Konrad bleibt bei der Neuorientierung außen vor. Das liegt sicher zum einen daran, dass die Suche sich auf den ungleich gefährlicheren hochradioaktiven Müll konzentriert und Konrad allenfalls schwach- und mittelaktiven Müll aufnehmen soll. Doch auch der kann gefährlich werden, wenn er seinen Weg ins Grundwasser findet.

Und es gibt Argumente, auch Konrad kritisch zu sehen. Vor rund 30 Jahren wurden im Hurra-Zeitalter der Atomenergie die Regeln für die Entsorgung des Mülls in Konrad geschrieben – und die gelten bis heute, obwohl Technik und Forschung heute ganz andere Anforderungen stellen.

Ein Problem, das man in der Endlagersuche immer haben wird: Weil sie eher Jahrzehnte als Jahre dauert, ist jedes Endlager notwendigerweise bereits bei der Eröffnung veraltet.

Die einzige Chance, diesem Wettlauf zu entkommen, ist, sich von der Idee der Endlagerung zu verabschieden. Atommüll muss rückholbar oder wenigstens bergbar gelagert werden – damit man notfalls auch nach Einlagerung des Mülls noch Fehler korrigieren kann. Auch diese Methode birgt Risiken – der Atommüll muss vor Terroristen oder Naturkatastrophen geschützt werden.

Doch erscheint diese Forderung realistischer als die noch immer geltende Norm, dass ein Atom-Endlager für eine Million Jahre standsicher sein müsse.

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