Bundesamt nennt Standorte für assenahe Zwischenlager

Diese Präferenz hat das BfS damit begründet, dass der Atommüll nicht transportiert werden müsse und der Atommüll nicht noch einmal zusätzlich bei einem Transport Ver- und Entladen werden müsse. Außerdem würden keine zusätzlichen Genehmigungsverfahren erforderlich. Ein weiteres „Argument“ war, dass  sonst sowieso niemand den Müll wolle.

In der Region ist diese Planung auf Ablehnung gestoßen.  Diese Ablehnung ist wesentlich damit begründet worden, dass der Abstand zur Wohnbebauung zu gering sei und der geologische Untergrund für die Gebäude wären an der Asse nicht geeignet. Einzelne Belastungsfaktoren, wie die Transportwege, könnten nicht „herausgepickt“ werden. Die Summe aller Belastungen über Bergung, Konditionierung und  die gesamte Betriebsdauer des Zwischenlagers müssten an den verschiedenen Standorten verglichen werden  Nur so könne man, die tatsächliche Belastung vergleichen.

Beim BMU ist mittlerweile endlich „angekommen“, dass ein Automatismus „wenn der Müll aus der Asse herausgeholt wird, wird auch ein Zwischenlager an der Asse akzeptiert“  in der Region nicht auf Zustimmung stößt.

Es sollen nunmehr auch andere Standorte untersucht werden. Dabei soll es sich um „fiktive Standorte“ im Umkreis von 30 km und 80 km mit unterschiedlicher Entfernung zur Wohnbebauung handeln.  Hierauf werden wir in einem gesonderten Beitrag eingehen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat zwischenzeitlich fünf mögliche Standorte für ein Zwischenlager im Umfeld der Schachtanlage Asse II veröffentlicht.

Diese fünf Standorte an oder in der Nähe der Schachtanlage Asse kämen für ein Zwischenlager in Frage. Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz handelt es sich in diesem Fall aber nur um eine Vorstudie.

Standort 1 grenzt unmittelbar an die heutige Schachtanlage Asse II. Über diesen Schacht soll der Atommüll aber gar nicht geborgen werden.

Die Standorte 2 und 3 grenzen an den gegenwärtig untersuchten, möglichen Standort für den Bergungsschacht V.

Diese Standorte würden dem Wunschdenken des BfS  einer direkten Anbindung an das Betriebsgelände entsprechen.  *

Die Vorschläge der Standorte 4 und 5 grenzen an Hohn. Diese Standorte liegen bei Standort 4 etwa in der Entfernung von 150 m von der Wohnbebauung und bei Standort 5 etwa in der gleichen Entfernung zum Freibad und zum Schulkomplex in Remlingen. An der Asse würden Verhältnisse wie in Braunschweig-Thune geschaffen.

Niemand, der Strahlenschutz als Ziel hat, käme auf die Idee, Orte in einen Vergleich einzubeziehen, die näher an der Wohnbebauung liegen und dadurch zwangsläufig eine höhere Strahlenbelastung für die Anwohner mit sich bringen.

Es sei denn, das BfS will mit diesen Standortvorschlägen ein Klima erzeugen, in dem die Standortvorschläge 1 bis 3 als das „kleinere Übel“ empfunden und – wenn auch zähneknirschend – akzeptiert werden.

Mit einem Vergleich verschiedener Standorte mit dem Ziel der Strahlenminimierung haben diese Vorschläge nichts zu tun. Es geht dem Betreiber offensichtlich nicht um eine sachlich begründete Lösung, sondern um eine (Schein-)Legitimation eines politisch gewollten Standortes.

Dieses Vorgehen darf auch nicht verwundern, denn der politisch Verantwortliche – die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Deutschen Bundestag – drückt sich um die Aussage, wo welche Teile des Atommülls aus der Schachtanlage Asse II denn auf Dauer verwahrt werden sollen.

Vom Standortauswahlgesetz ist er nicht erfasst. Schacht Konrad geplant und begutachtet von den gleichen „Experten“, die die Schachtanlage Asse II für geeignet hielten, kommt aus sachlichen und rechtlichen Gründen nicht infrage. Wenn man ernsthaft diesen Plan verfolgen würde, hätte man längst das Planfeststellungsverfahren für Schacht Konrad neu aufrollen müssen.

Trau, schau, wem

Der SPD-Bundestagsabgeordnete dieser Region, der gleichzeitig Bundeswirtschafts- und Energieminister und Vize-Kanzler ist, lässt folgende Äußerung verbreiten:

„Er wiederholte in diesem Zusammenhang seine Auffassung, dass der Asse-Müll schlussendlich in Schacht-Konrad endgelagert werden solle – „ein anderes Endlager für schwachradioaktive Abfälle haben wir nicht und werden wir auch nicht bekommen“, so der Abgeordnete.“

Gabriel  outet sich damit wieder einmal als Großmeister der populistischen Vereinfachung.

Ungeachtet der genannten Genehmigungsfrage sollte er aus seinen früheren Ämtern wissen, dass in der Asse nicht nur „schwachradioaktive Abfälle“ lagern. Es ist ihm bekannt, dass in der Asse u, a. Plutonium lagert.  Es ist jedem, der sich mit der Asse-Problematik beschäftigt bekannt, dass auch die Einlagerungen aus dem Versuchsreaktor aus Jülich mit Zweifeln behaftet sind.

Jeder mag darüber hinaus selbst die Schlüsse daraus ziehen, dass Gabriels Äußerungen im zeitlichen Zusammenhang mit dem „politischen Geschenk“ des Asse-Fonds erfolgten.

(wird fortgesetzt)

 

 

 

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