Was schert mich mein Geschwätz von gestern

Der deutsche Bundesumweltminister auf der Weltklimakonferenz in Bali 2007

„Wir wissen, dass unsere Wirtschaft leiden wird, wenn wir den Klimawandel nicht stoppen.“

„Wir wollen nicht, dass unsere Kinder und Enkel die Rechnung zahlen müssen.“

„Die wahre Last ist nicht der Klimaschutz, sondern der Klimawandel.“

Deshalb werde die Bundesrepublik den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 % reduzieren.

Randbemerkung: Der Leser mag sich fragen, warum sich der Umweltminister 2007 auf einen Wert bezieht, der 17 Jahre alt ist.

Aus einer Kurzanalyse des deutsches Bundeswirtschaftsministeriums 2014:

„Wir müssen endlich mal Schluss machen mit den Illusionen der deutschen Energiepolitik.“

„Man kann nicht zeitgleich aus der Atomenergie und der Kohleverstromung aussteigen.“

Weil das „für explodierende Stromkosten sorgt, für Versorgungsunsicherheit und für die Abwanderung großer Teile der deutschen Industrie“.

 

Hierzu das Manager-Magazin unter der Überschrift „Strompreise sinken auf breiter Front“: 

Branchenkenner machen nun vor allem die gesunkenen Börsenpreise für die Entwicklung verantwortlich. „Die Versorger konnten sich nicht länger rausreden“, sagt Energieexperte Felix Matthes vom Öko-Institut gegenüber manager magazin.

Schon in den vergangenen Jahren war Elektrizität an der Börse deutlich billiger geworden. Die meisten Anbieter hatten jedoch argumentiert, sie seien an langfristige Lieferverträge gebunden und könnten ihre Kunden nicht an der Entwicklung teilhaben lassen.

Die Strompreise für Privatkunden sind seit 2010 in der Tat explodiert. Wie sich die Strompreise für die Industrie verändert haben, ist nicht nachvollziehbar. Großabnehmer erhalten unter dem Namen Sonderkonditionen verbilligten Strom. Diese Sonderkonditionen sind nicht bekannt und ebenso ist nicht bekannt, ob diese Sonderkonditionen in den letzten Jahren angepasst wurden. Die Großabnehmer von den zwischenzeitlich steigenden Strompreise ebenso betroffen waren, wie wir als private Kleinabnehmer.

Anteil der Energiekosten an den Produktionskosten

Wer von einem großangelegten Abwandern der Industrie redet, muss sich fragen, wie glaubwürdig eine solche Aussage ist. Dazu muss man den Energiekostenanteil an den gesamten Produktionskosten betrachten und der beträgt in

der gesamten Industrie = 2,1 %

der chemischen Industrie = 4,6 %

der Autoindustrie = 0,6 %.

Who ist who?

Viele Leser werden es gemerkt haben: Der Bundesumweltminister 2007 und der Bundeswirtschaftsminister 2014 sind die gleiche Person: Sigmar Gabriel (SPD).

Nach der Devise: „Was schert mich mein Geschwätz von gestern und was schert mich die Realität“.

Die SPD opfert unter Sigmar Gabriel ökologische Ziele, um den Beweis zu liefern, dass die SPD ökonomische Kompetenz habe.

Sigmar Gabriel entpuppt sich immer mehr als energiepolitscher Wendehals – vom selbstinszenierten Umweltpolitiker zum  Lobbyisten der Energiekonzerne.

Zitieren wir nochmals den deutschen Umweltminister auf der Klimakonferenz in Bali 2007

„Wenn die Industrieländer beim Klimaschutz nicht liefern, verlieren sie ihre Glaubwürdigkeit.“

Diese Vorhersage des Umweltministers Gabriel (2007) hat der Wirtschaftsminister des Industrielandes Deutschland Gabriel (2014)  – was seine Person angeht – eindrucksvoll bestätigt.

Nachtrag: 

Die politische Bewertung haben wir vorgenommen. Da wir uns nicht mit „fremden Federn schmücken: Die Zitate und die Angaben zu den Energiekosten sind einem Beitrag der Zeitschrift „Die Zeit“ entnommen.  Die Lektüre dieses Beitrages können wir trotz der unpassenden Überschrift nur empfehlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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