Brunsbüttel – Asse? Ein Brückenschlag!

*Brunsbüttel: *Seit 10 Jahren werden juristische Auseinandersetzungen über die Betriebsgenehmigung für das Zwischenlager für hochradioaktiven Müll am AKW Brunsbüttel geführt.


P1230954 1024Im Kern geht es bei diesen Auseinan-dersetzungen darum, ob das Zwischen-lager ausreichend gegen terroristische Anschläge und gegen ungewollte oder gezielte Abstürze eines Airbusses A 380 geschützt ist. Die Kläger haben angeführt, dass bei der Erteilung der Betriebs-genehmigung panzerbrechende Waffen und Flugzeug in der damaligen Größe herangezogen wurden und dieser Schutz mittlerweile nicht mehr ausreiche.

Nach dem Oberwaltungsgericht in Schleswig ist nun auch das Bundesverwaltungsgericht dieser Argumentationslinie gefolgt und hat die vom Bundesamt für Strahlenschutz erteilte Betriebsgenehmigung aufgehoben.

*Asse*: Auch an der Asse wird eine obertägige Atomanlage errichtet werden. Das Gefahrenpotential, das von dieser Anlage ausgehen wird, wird anders sein als das Risikopotential eines Zwischenlagers an einem AKW. Der Anteil des wärmeentwickelnden Atommülls wird geringer sein. Andererseits wird in den Anlagen auch toxischer Müll – wie Arsen – , der in der  Schachtanlage Asse II verklappt wurde, zu verarbeiten sein.

Wenn man das für das Zwischenlager Brunsbüttel angenommene Gefährdungsszenario auf die Schachtanlage Asse II überträgt,werden auch hier Auswirkungen eintreten. Die gilt es zu analysieren.

Es reicht also nicht aus, wenn ermittelt wird, ob ein obertägige Atomanlage an der Asse für den Normalbetrieb „geeignet“ ist. Es müssen vielmehr auch die Auswirkungen von terroristischen Angriffen oder Flugzeugabstürzen untersucht werden.

Das gilt auch für den Standortvergleich für das notwendige Zwischenlager.

Im Klartext: Die ohnehin umstrittene Parameterstudie des BfS für die Standortsuche für ein Zwischenlager muss nach dem BVG-Urteil zum Zwischenlager Brunsbüttel in jedem Fall überarbeitet werden.

Das Urteil des BVG geht in seinen Auswirkungen noch weiter. Es sagt nämlich aus: Eine einmal erteilte Genehmigung gilt nicht auf Dauer. Die Sicherheitsstandards müssen dem technischen Bedrohungsszenario immer wieder angepasst werden. Das kann aber nur geschehen, wenn die Anlagen von 
vornherein anpassungsfähig ausgelegt werden, d. h. Sicherheitsreserven schon Bestandteil der Planungen sind.

In diesem Zusammenhang stellt sich die – von der WAAG schon seit Jahren wiederholt aufgegriffene – Frage, ob eine Zwischenlagerung in einer ehemaligen Tunnel- oder (Atom-) Bunkeranlage einen – auch langfristig betrachtet – höheren Sicherheitsstandard gegen terroristische Eingriffe oder gezielte Flugzeugabstürze bieten würde. Ein Tunnel- oder Bunkeranlage hätte einen zusätzlichen geologischen Schutz gegen Flugzeugabstürze. Lediglich die Zu- und Ausgänge wären gegen terroristischen Angriffen zuschützen – nicht die gesamte Anlage.

Fazit: Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes führt dazu, dass neue Anforderungen an die Gestaltung der obertägigen Anlagen an der Schachtanlage Asse II gestellt werden. Diese Anforderungen sind ein Schritt zu einer Risikominimierung für die Bevölkerung.

Der zweite Schritt muss folgen und er erfordert ein grundsätzliches Umdenken. Bei der Standortfrage geht es nicht darum einen „geeigneten“ Zwischenlagerstandort zu suchen, AN DEM DIE OBERGRENZEN VON GRENZWERTEN eingehalten werden. Es wird darum gehen, den Standort zu finden, an dem die geringstmögliche Belastung zu realisieren ist.

Näheres zum Urteil des BVG zum Zwischenlager Brunsbüttel finden Sie im unter dieser Adresse

 

 

 

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