Wenn der Grund für Vergleiche offensichtlich ist … ist die Bauchlandung vorprogrammiert

bfsDer Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz weist in der jüngeren Vergangenheit auffällig häufig darauf hin, dass das radioaktive Inventar nur ein Zweihundertstel eines Castors betrage.

Ein solcher Vergleich sagt nichts über die Gefährlichkeit des Inventars in der Schachtanlage Asse II aus.

Halten wir diesem Vergleich einen „Spiegel“ vor

  • In der Schachtanlage Asse II liegt fast ein halbe Tonne Arsen. Ein Zweihundertstel hiervon in die Trinkwasserversorgung eingespeist, würde rechnerisch ausreichen, ganze Städte auszurotten.
  • In der Schachtanlage Asse II liegen mindestens 28 Kilogramm Plutonium. Der Kern der von den USA über Nagasaki abgeworfene Atombombe enthielt etwa 6,2 Kilogramm Plutonium.

Und „die Moral von der Geschicht“?

Je nach Interessenlage kann man den einen oder den anderen Vergleich in der Öffentlichkeit anbringen, um das Problem klein zu reden oder um zu dramatisieren.

Vergleiche dieser Art haben nur den Zweck, die Öffentlichkeit zu manipulieren*.

Warum der Präsident des BfS auf diese Methode zurückgreift, wissen wir nicht und wir werden auch nicht darüber spekulieren.

Klar ist aber: Probleme werden durch solche Vergleiche nicht gelöst.

 

* Es ist ein altbackener Marketing-Trick tatsächliche Zahlen durch Vergleiche zu relativieren. Eine Strompreissteigerung, die 99 Cent pro Tag ausmacht, kann als weniger als 1 Euro pro Tag oder als fast 350 € im Jahr dargestellt werden. Wer als Stromanbieter den Kunden halten will, wird den ersten Vergleich wählen, wer einen Wechsel begründen will, greift auf den zweiten Vergleich zurück. Dieser Trick ist so alt, dass kaum jemand noch darauf herein fällt. Die Öffentlichkeitsarbeit des BfS hat mal wieder eine Bauchlandung für den eigenen Präsidenten produziert.

 

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