Redebeitrag während der Kerzenaktion „Tschernobyl wird nicht vergessen“ – Manuskript

Ich heiße Eleonore Bischoff,

und vertrete hier die Bürgerinitiative Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe,

Genau gestern vor fünf Jahren sind wir aus Wolfenbüttel mit einem gecharteten Bus zur Aktions- und Menschenkette von Krümmel nach Brunsbüttel gefahren, um für den Atomausstieg zu demonstrieren

auf einem Nachbereitungstreffen entstand die Idee eine BI zu gründen,

etwas später einigten wir uns auf den Namen Wolfenbütteler AtomausstiegsGruppe

trotz dieses Namens sehen wir unsere Aufgabe nicht nur darin, uns für den Atomausstieg einzusetzen.

Auch nicht nur darin, uns für den verantwortungsvollen Umgang mit den Hinterlassenschaften der Atomindustrie – dem Atommüll einzusetzen, obwohl es im „Weltatomerbe Braunschweiger Land“ – mit Asse II, Schacht Konrad, Morsleben und der geplanten Erweiterung der Atommülldrehscheibe Eckart u. Ziegler genügend Betätigungsfelder gibt

Wir wollen auch auf die negativen Auswirkungen der Energiegewinnung von durch Kohle Kohle und Fracking aufmerksam zu machen.

Wir brauchen nicht nur den unverzüglichen Atomausstieg, wir brauchen auch den Kohle-Ausstieg und es darf absolut keinen Fracking-Einstieg geben.

Braunkohlebaue zerstören nicht nur die Natur und Heimat, die Braunkohleenergie maßgeblich verantwortlich für die Klimaerwärmung und


Kohlekraftwerke sind nach einer Studie der Uni Stuttgart für Hunderte von Todesfällen verantwortlich

Platz 1: Vattenfall-Kraftwerk Jänschwalde in Peitz /  jedes Jahr 373 Todesfälle
Platz 2: *RWE-Kraftwerk in Bergheim-Niederaußem /  jedes Jahr 269 Todesfälle
Platz 3: Kraftwerk in Lippendorf bei Böhlen des Energieriesen Vattenfall /  212
Platz 4: *Kraftwerk Weisweiler bei Eschweiler von RWE / jedes Jahr 172 Todesfälle Platz 5: *Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf von RWE / jedes Jahr 164 Todesfälle
Platz 6: Kraftwerk Boxberg von Vattenfall / jedes Jahr 164 Todesfälle
Platz 7: *RWE-Kraftwerk Neurath in Grevenbroich / jedes Jahr 160 Totesfälle
Platz 8: Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen von E.ON, das einzige Steinkohle-Kraftwerk in der Top-Ten / jedes Jahr 129 Todesfälle
Platz 9: Vattenfall-Kraftwerk „Schwarze Pumpe“ / jedes Jahr 110 Todesfälle
Platz 10: Kraftwerk Schkopau bei Halle von E.ON / jedes Jahr 76 Tote
Kohlekraftwerke blasen im großen Stil gesundheitsschädliches Quecksilber in die Luft. Allein das Kraftwerk in Bergheim-Niederaußem stößt fast eine halbe Tonne Quecksilber pro Jahr aus.

Deshalb demonstrierten heute in Braunkohlebau Garzweiler II Menschen in einer Anti-Kohle-Kette 

Vier der oben genannten Kohlekraftwerke stehen in der Gegend um Garzweiler – und in der Nähe meiner alten Heimat.

 Unsere Sorge ist …

– dass aus Asse II nicht gelernt wird

  • und in Konrad Atommüll eingelagert wird, obwohl es die gleichen Wissenschaftler waren, die auch Asse II bewertet haben
  • und es trotzdem nach Bekanntwerden des Asse-Desasters keine Neubewertung von Konrad gab

Unsere Sorge ist

– dass mit anderen Arten der Energiegewinnung, wie Fracking,  genau so leichtfertig begonnen wird, wie mit der Atomenergie

Unsere Sorge ist, dass weiterhin

  • die Gewinne der Unternehmen über
  • dem Schutz von Mensch und Umwelt steht

Deshalb finden wir den Leitspruch der Anti-Kohle-Kette gut:

Keine Anti-Atom-Veranstaltung ohne den Hinweis auf Anti-Braunkohle und Anti-Fracking – und andersrum.

Nur wenn wir uns vernetzen und gemeinsam für einen verantwortungslosen Umgang mit der Natur und damit mit der Gesundheit der Menschen einsetzen, haben wir  vielleicht die Chance, dass nicht immer wieder die gleichen Fehler mit negativen Folgen gemacht werden – zugunsten der Gewinne einiger weniger.

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