Nationales Entsorgungsprogramm: Skandalöse Aussagen nicht nur zu Schacht Konrad sondern auch zum „Endlager“ Morsleben

naproDie Fakten

Im Entwurf zum Nationalen Entsorgungsprogramm für Atommüll (Napro)  führt das Bundesumweltministerium zum Endlager Morsleben aus:

„3.2.5 Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben Die Einlagerung in das Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben, in welches bis 1998 etwa 37.000 m³ schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert wurden, ist beendet. Das Endlager soll stillgelegt und langfristig sicher verschlossen werden.“

Mit keinem Wort wird das sogenannte „Radiumfass“ erwähnt. Gleiches gilt für die Cobalt-60-Behälter in den Untertagemessfeldern. Hierfür bestehen lediglich Zwischenlagergenehmigungen.

Die Genehmigung zur Zwischenlagerung des Radiumfasses ist unter Auflagen, die bis zum 31.12.2016 zu erfüllen sind, bis 2026 befristet. Die Genehmigungen für das Untertagemessfeld läuft am 30.6.2015 aus. Eine Verlängerung der Genehmigung ist allerdings vom Betreiber beantragt.

Der Betreiber (das Bundesamt für Strahlenschutz) verfolgt – auch öffentlich erklärt – das Ziel, dass dieser Atommüll in Morsleben verbleibt. Eine Genehmigung hierfür ist jedoch weit und breit nicht in Sicht.

Das Ignorieren

Das Bundesumweltministerium tut jedoch so, als sei diese Genehmigung nur noch Formsache – und dies obwohl es bisher nicht gelungen ist, für das Endlager Morsleben einen sogenannten „Langzeitsicherheitsnachweis“ zu erbringen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz stellt die aktuelle Genehmigungssituation im Internet ausführlich dar. Das übergeordnete Bundesumweltministerium sollte sie daher kennen.

Das Bundesumweltministerium ignoriert die aktuelle Genehmigungssituation  und verfährt im Nationalen Entsorgungsprogramm, als ob es diese Strahlenquellen gar nicht vorhanden wären oder dass über ihre „Endlagerung“ in Morsleben bereits entschieden sei.

… zeigt woran es fehlt

Diese Vorgehensweise ist ein deutliches Zeichen.

Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Bundesumweltministerin nicht verstanden hat, was ein verantwortungsvoller Umgang mit Atommüll an erster Stelle fehlt

.. an schonungslose Offenheit

in Morsleben, in Salzgitter, an der Asse und in Gorleben.

 

Ergänzende Hinweise: 

Mit Stand vom 31.12.2014 wurden etwa 65 % der radioaktiven Strahlung, die vom eingelagerten Atommüll in Morsleben ausgeht, durch die zwischengelagerten Strahlenquellen erzeugt. Dieser Atommüll hat zwar eine „kurze“ Halbwertzeit. Doch „kurz“ ist ein trügerischer Begriff. Bis die Strahlung des Atommülls vollständig abgeklungen ist, vergehen Jahrhunderte.

In die Schachtanlage wurde nach 1989 mehr Atommüll aus Westdeutschen Atomkraftwerken eingelagert, als die ehemalige DDR jemals dort eingelagert hat. Verantwortliche Umweltministerin war in dieser Zeit die heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel. 

 

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