Asse-Akten kommen jetzt doch nach Wolfenbüttel

AktenIm Oktober 2013 gab das Niedersächsischen Umweltministeriums (NMU) zur Eröffnung des Instituts für Wissensanalyse und Wissenssynthese (IWW) in Goslar die Meldung heraus, dass der Bund – wie vom Landtag erbeten – 7,2 Millionen Euro für die wissenschaftliche Auswertung der rund 3000 Ordner des Parlamentarischen Asse II-Untersuchungsausschusses bereitgestellt habe. Dafür würden in Goslar 8 – 10 Arbeitsplätze geschaffen.

Die Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) schrieb damals der Niedersächsischen Staatskanzlei und dem Landesumweltminister, dass sie keinerlei Verständnis dafür habe, dass die Asse-Akten nicht im Landkreis Wolfenbüttel, sondern in einem neu gegründeten Institut in Goslar wissenschaftlich aufgearbeitet werden. Besonders unverständlich war die Entscheidung angesichts der Tatsache, dass das Niedersächsische Landesarchiv (NLA) mit all seinen Erfahrungen auf dem Gebiet der Archivierung und wissenschaftlichen Auswertung in Wolfenbüttel ansässig ist.

 

Es kam eine Antwort, die keine Klärung brachte, sondern in der die Verantwortung nur auf andere Stellen geschoben wurde. Die WAAG ließ nicht locker. Sie schrieb ungezählte Anfragen und Erinnerungen an die verschiedensten Stellen.

 

Im Januar 2014 startete die WAAG eine Unterschriftenaktion unter der Überschrift „Die Asse-Akten sind Teil unserer Heimatgeschichte – sie gehören in den Landkreis Wolfenbüttel“. Viele Bürgerinnen und Bürger des Landkreises beteiligten sich.

 

Der Chef der Niedersächsischen Staatskanzlei, Herr Dr. Mielke, teilte dann im April 2014 mit, die Akten würden nach den Erschließungsarbeiten in Goslar zum NLA in Hannover überführt. Zwei Absätze weiter hieß es dann aber, dass geprüft werde, ob und ggf. in welcher Weise die spätere Nutzung des ASSE-Aktenbestandes ausnahmsweise im NLA-Standort Wolfenbüttel erfolgen könne. Aus den beigefügten Unterlagen ging außerdem hervor, dass der Bund die 7,2 Mio. gar nicht – wie vom NMU behauptet – für die Auswertung der Asse-Akten bereitgestellte wurde, sondern für ein allgemeines Projekt zur Entwicklung neuer technischer Verfahrensweisen zum datenbankgestützten Wissensmanagement, für das die Asse-Akten lediglich als Versuchsmaterial genutzt wurden.

 

Erst auf Nachfrage der WAAG teilte der Chef der Staatskanzlei jetzt mit, dass angeordnet wurde, die Asse II-Ordner komplett „bis auf Weiteres“ an den NLA-Standort Wolfenbüttel zu verbringen. Hier stünde auch die erforderliche personelle und räumliche Infrastruktur für die Nutzung zur Verfügung.
Die WAAG bedankt sich bei den Bürgerinnen und Bürgern, die die Aktion damals mit ihrer Unterschrift unterstützt und somit erreicht haben, dass die interessierte Bevölkerung die Möglichkeit hat, vor Ort Akteneinsicht zu nehmen – auch Schulklassen, denn das Thema wird noch Generationen beschäftigen.

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