Brief an die Bundesumweltministerin

Sehr geehrte Frau Hendricks,
wir bitten um Beantwortung der folgenden Fragen:

1.0 Haben die Fachleute der Begleitgruppe (AGO) zwischenzeitlich ihre Verträge für das Jahr 2015 erhalten?

1.1 Wenn ja, wann und warum hat das so lange gedauert?
1.2 Wenn nein, warum nicht?

2.0 Wie hoch ist der Jahresetat der AGO?
2.1 Wer legt ihn fest bzw. wonach richtet er sich?
2.2 In welcher Höhe wird er bei der jetzigen Besetzung mit vier Fachleuten ausgeschöpft?

  1. Obwohl nicht nur die Leukämie- und Schildrüsenkrebsrate in der Samtgemeinde Asse erhöht ist, sondern dort auch das „Phänomen“ der fehlenden Mädchengeburten festgestellt wurde, heißt es im „Abschlussbericht Expertenkreis Asse“, den der Landkreis herausgegeben hat, dass „erfreulicherweise kein Zusammenhang“ zu Asse II „nachgewiesen werden“ kann, siehe Abschlusssatz auf S. 9 der anhängenden Broschüre. War die AGO an der Vorgehensweise und dem Bericht beteiligt?
    3.1 Können Sie sich erklären, wieso nur die 47 im Krebsregister für 2002 biw 2009 erfassten Neuerkrankungen von Leukämie-, Lymphom- und Schildrüsenkrebs in der Samtgemeinde Asse mit den rund 800 von 1967 bis 2008 bei der Schachtanlage Asse II Beschäftigten abgeglichen wurden? Wer sagt denn, dass die Beschäftigten alle in der Samtgemeinde Asse gewohnt haben. Es können auch weitere Beschäftigte an Krebs erkrankt sein/gewesen sein, die nicht in der Samtgemeinde wohnen.
    3.2 Wurden die Fälle auch mit den vielen Leiharbeitnehmern abgeglichen oder liegen bzw. lagen deren Namen und Anschriften nicht alle vor?
    3.3 Wieso wurde davon ausgegangen, dass nur dann ein Zusammenhang mit Asse II besteht, wenn die Erkrankten in der Schachtanlage gearbeitet haben? Auch die AnwohnerInnen sind doch von der Abluft betroffen. Dass auch Niedrigstrahlung gesundheitsschädlich ist, ist mittlerweile allgemein anerkannt und steht sogar auf der Internetseite des BfS.
    3.4 Im Vorwort des Berichts steht, dass die Experten enttäuscht waren, weil sie „für einen großen Teil der erkrankten Menschen nicht genug Daten aus Klinischen Meldungen vorliegen hatten, um aussagekräftige Analysen zu ihrer Erkrankung durchführen zu können – oder sie, wenn nötig , befragen zu können“. Wieso konnte dann trotzdem geschlussfolgert werden, dass die Erkrankungen nicht auf Asse II zurückzuführen sind?
    3.5 Auch aus den Rückmeldungen aufgrund des Aufrufs können keine abschließenden Rückschlüsse gezogen werden, da nicht klar ist, wie viele Menschen sind nicht gemeldet haben und wie viele sich gar nicht mehr melden konnten. Wie wurde das bei der Auswertung berücksichtigt?

    4.0 Die Rückholung und Konditionierung wird weitere Belastungen für die ArbeiterInnen und AnwohnerInnen bringen. Gibt es dazu Abschätzungen bzw. Prognosen?
    4.1 Wird dabei die so genannte INWORKS- Studie zum Niedrigdosis-Bereich (http://www.thelancet.com/journals/lanhae/article/PIIS2352-3026%2815%2900094-0/abstract)  berücksichtigt?
    4.2 Auch wenn das BfS zu dieser Studie wie folgt Stellung nimmt:

Die von der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) koordinierte Studie untersuchte über 300.000 Nukleararbeiter aus drei verschiedenen Ländern. Sie stützt die Annahme, dass auch relativ niedrige, über einen langen Zeitraum einwirkende Strahlendosen das Risiko für Leukämie erhöhen können. Dafür liefert die Untersuchung einen Hinweis, aber keinen direkten Beleg.

Kann es überhaupt einen „Beleg“ geben? Wenn ja, wie sollte so ein „Beleg“ geführt werden bzw. aussehen?

5.0 Wir halten es für dringend erforderlich, dass die Themen „erhöhte Krebsrate“ und „ungeborene Mädchen“ aufgegriffen werden.
Wird das von Ihnen in Erwägung gezogen?
5.1 Unter den Fachleuten der AGO befindet sich bisher kein/e StrahlenmedizinerIn und auch kein Epidemologe bzw. keine Epidemologin. Ist das für die Zukunft vorgesehen? Wenn ja, ab wann?

Für die Beantwortung unserer Fragen bedanken wir uns schon im voraus.

Mit freundlichem Gruß
Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe

i. A. Eleonore Bischoff

weil wir für unser Leben gern hier leben!

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