Mehr Atommüll für Schacht Konrad durch Strategiewechsel beim Abriss der Atomkraftwerke in Rheinsberg und Lubmin?

imagesFür den Abriss von Atomkraftwerken gibt es grundsätzlich zwei Strategien: den sofortigen Rückbau oder den Rückbau nach sicherem Einschluss. Beim sofortigen Rückbau kann z. B. auf das Wissen der Beschäftigten im Atomkraftwerk zurückgegriffen werden. Beim Rückbau nach sicherem Einschluss erfolgt der Abriss erst nach Jahrzehnten. In dieser Zeit hat sich die radioaktive Belastung von Teilen des ehemaligen AKW „abgebaut“. Dies führt zu geringen Belastungen bei den mit dem Abbau befassten Beschäftigten und zu geringen Mengen von Atommüll, die „endgelagert“ werden müssen. 

Welches Verfahren angewandt wird, kann sinnvoll nur anhand der Verhältnisse am jeweiligen AKW beurteilt werden.

Bei Abriss der Atomkraftwerke in der ehemaligen DDR in Lubmin und Rheinsberg wird zur Zeit ein Strategiewechsel vollzogen. Während bisher auf den „sicheren Einschluss“ gesetzt wurde, planen die Energiewerke Nord (EWN) nun einen beschleunigten Abriss.

Hintergrund ist ein Gutachten des TÜV Rheinland im Auftrag der Landesregierung Brandenburg. Diese Gutachten hat insbesondere die Kostenseite betrachtet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ein „sicherer Einschluss“ teurer als ein beschleunigter Abriss.

Der Geschäftsführer der Energiewerke Nord (ENW) Cordes schloss gegenüber der Berliner Morgenpost nicht aus, dass sich die für die Endlagerung vorgesehenen Mengen schwach- und mittelradioaktiv belasteter Mengen im niedersächsischen Schacht Konrad erhöhen könnten (Berliner Morgenpost vom 29.12.2015).

Die WAAG fordert, dass die möglichen Auswirkungen konkret benannt werden und eine kontinuierliche Information der Öffentlichkeit als „Bringschuld“ der EWN erfolgt.

(Die EWN sind aus dem DDR-Kombinat Brono Leuschner hervorgegangen. Alleiniger Gesellschafter ist das Bundesministerium für Finanzen. Die EWN sind am Rückbau des AVR-Versuchsreaktors in Jülich, der Wiederaufbereitungsanlage in Karlsruhe, am Zwischenlager Nord in Rubenow zu 100 % und bei der DBE in Peine mit 25 % beteiligt.)

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