Aufarbeitung der Rolle der Kommunalpolitiker im Zusammenhang mit der Schachtanlage Asse II gefordert

Auf der Mahnwache zu Asse II & Co. Anfang März wurde über die Rolle der Kommunalpolitiker vor und während der Einlagerung des Mülls in Asse II gesprochen. konkret die des Landrates Helmuth Bosse (Amtszeit 1968 – 1981 /SPD) und die des Kreistagsmitgliedes und späteren stellvertretenden Landrats Reinhold Stoevesandt (FDP).

Stövesandt war seit 1964 – also schon vor der Einlagerung – Gegner des Atommülllagers Asse II. Er setzte sich auch in den 70er Jahren dafür ein, dass die 100.000 Brennelementekugeln aus dem Versuchsreaktor in Jülich nicht eingelagert wurden.

Bosse hingegen sagte später, 1964 habe niemand von den Gefahren durch Atommüll gewusst. 1977 meinte er, die Öffentlichkeit solle sich nicht immer gleich zu Demonstrationen hinreißen lassen, und es sei keineswegs immer ihr Recht, über solche – viel Sachkenntnis erfordernde Fragen – zu entscheiden.

Die Rolle der Kommunalpolitiker zu dieser Zeit wurde weder vor Ort noch im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Landtages aufgearbeitet, deshalb plädierten die TeilnehmerInnen der Mahnwache dafür, die Landrätin und die Kreistagsfraktionen aufzufordern, eine entsprechende Aufarbeitung in Auftrag zu geben.

Die Aufarbeitung wird auch im Hinblick auf die Arbeit des jetzigen Kreistages für hilfreich und wichtig erachtet. „Aus der Geschichte lernen“ heißt, sich für eine verantwortungsvolle langfristige Politik (über die eigene Amtszeit hinaus) im Interesse der Bürgerinnen und Bürger einzusetzen und „MahnerInnen“ zuzuhören und ernstzunehmen. Nicht – wie zuletzt bei einer Kreistagssitzung zu Asse II geschehen – demonstrativ den Raum zu verlassen, wenn kritische Redebeiträge gehalten werden.

Bei der Mahnwache am 4. April wurde das Schreiben zur Aufarbeitung der Rolle der Kommunalpolitiker abschließend besprochen und im Anschluss von der Veranstalterin, der Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe, an die Landrätin und die Mitglieder des Kreistages geschickt. Es wurde darum gebeten, darüber zu informieren, ob der Vorschlag aufgegriffen wird.

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