Pressemitteilung des Asse II-Koordinationskreises anlässlich der Sitzung des Umweltausschusses des Bundestages zum Standort-Auswahlgesetz am 8.3.2017: Asse II: Durch geplante Verfüllmaßnahme droht Flutung des Atommülls

 

Der zweifelhafte Umgang des Bundes mit seinem gescheiterten
Atommüll-Lagerort Asse II lässt nichts Gutes für die Auswahl eines
Standortes für wärmeentwickelnden Atommüll erwarten.

Bürgerinitiativen an der Asse sorgen sich um die weitere Entwicklung im
Atommüll-Lager Asse II bei Wolfenbüttel. „Hier wird anscheinend nicht nach
dem Stand von Wissenschaft und Technik gearbeitet, obwohl im Bergwerk Asse
II ca. 50.000 Kubikmeter Atommüll und außerdem hochgiftige Stoffe lagern“,
kritisiert Christiane Jagau vom BUND. In Asse II befinden sich u.a. ca. 28
kg Plutonium, ca.102 t Uran, ca. 87 t Thorium, Kernbrennstoffe und ca. 500
kg Arsen.

In den nächsten Monaten will das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) einen
Stollen auf der 750 m-Sohle mit Sorelbeton verfüllen, die ‚2. südliche
Richtstrecke nach Westen‘. Dieser Stollen führt vor den verschlossenen
Atommüll-Kammern entlang. Der Asse II-Koordinationskreis der
Bürgerinitiativen, Gruppen und Einzelpersonen, die sich gegen die Flutung
von Asse II engagieren, wendet sich gegen die geplante Verfüllung.

In dem Stollen werden gegenwärtig an verschiedenen Stellen teilweise
radioaktiv kontaminierte Salzlösungen (Laugen) aufgefangen. Diese stammen
vermutlich aus einem Teil des Laugenzuflusses von 12 m³ täglich und haben
wohl den Atommüll in den Kammern durchflossen. Täglich wird neben 20 bis
30 Litern radioaktiver Lauge auf dieser Sohle auch etwa ein halber
Kubikmeter an Lauge aufgefangen, die noch nicht kontaminiert ist. „Wenn
der betreffende Stollen verfüllt wird, könnten etwaige neue Laugenzuflüsse
nicht mehr aus den Kammern abfließen, also auch nicht mehr gefunden und
abgepumpt werden“, so Ingenieur Udo Dettmann aus Groß Denkte von
„AufpASSEn“.

„Es droht die schleichende Flutung des Atommülls auf der 750 m-Sohle“,
fasst Andreas Riekeberg von der Kirchengemeinde St. Thomas in Wolfenbüttel
die Befürchtungen der Bürgerinitiativen angesichts der geplanten Maßnahme
zusammen.

Die vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) geplante Verfüllung der ‚2.
südlichen Richtstrecke nach Westen‘ würde die Rückholung des Atommülls
erschweren und die radiologischen Risiken in der Asse erhöhen. Heike
Wiegel aus Remlingen, Vorstandmitglied des Vereins „AufpASSEn“, moniert:
„Eine fachliche, wissenschaftliche Begründung und Abwägung in den
Genehmigungsunterlagen zu den Stellungnahmen der Wissenschaftler der Asse
2 Begleitgruppe (AGO) gibt es nicht.“

Über 700 Bürgerinnen und Bürger haben sich bereits den folgenden
Forderungen des Asse II-Koordinationskreises an das Bundesamt für
Strahlenschutz sowie an die Umweltministerien in Hannover und Berlin
angeschlossen:

„1. Alle Arbeiten im Bergwerk sind in ihren Auswirkungen auf die
Rückholung abzuwägen und zu dokumentieren.

Der Betreiber muss endlich eine detaillierte Planung für die Rückholung
des Atommülls vorlegen!

2. Der fragliche Stollen, die 2. südliche Richtstrecke nach Westen auf
der 750 m-Sohle, ist offen zu halten und zu pflegen, solange ausreichende
Bergsicherheit gegeben ist!

3. Das Notfallkonzept ist zu revidieren: Atommüll muss möglichst trocken
gehalten werden, Durchnässung und Auflösung dürfen nicht billigend in Kauf
genommen werden!“

Diese Forderungen können unterstützt werden auf
https://kurzlink.de/keine-asseflutung oder
https://www.openpetition.de/petition/online/asse-ii-durch-geplante-verfuellmassnahme-droht-flutung-des-atommuells


Im Asse II – Koordinationskreis arbeiten folgende Organisationen und
Gruppen gegen die Flutung der Asse zusammen: AufpASSEn e.V. • Aktion
Atommüllfreie Asse Wolfenbüttel (AAA) • Bürgerinitiative Braunschweig
(BIBS) • BUND Kreisgruppe Wolfenbüttel • Ev.-luth. Kirchengemeinde St.
Thomas Wolfenbüttel • Jugendumweltnetzwerk Niedersachen AK Asse • SPD
Ortsvereine Denkte/Kissenbrück und Remlingen • Vahlberger Asse
Aktivisten • Wolfenbüttler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) • sowie
zahlreiche Einzelpersonen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.