Resümee zum Öffentliche Fachworkshop der BGE „Vorstellung der geologischen Oberflächenkarte Asse“

Am Donnerstag fand die hier https://www.bge.de/de/meldungen/2018/3/asse-geologie-kartierung/  angekündigte Veranstaltung statt. Auf dieser Internetseite finden Sie unten Links mit Berichten zur überarbeiteten geologischen Oberflächenkarte. Die Vorträge werden lt. BGE noch ins Internet gestellt.

Der Asse II-Koordinationskreis (Koordinationskreis von Bürgerinitiativen und Einzelpersonen) nahm mit 10 VertreterInnen teil. Hier die gemeinsame Pressemeldung:

Interessante neue Erkenntnisse über die Asse und insbesondere ihre
geologische Oberflächenstruktur! Sie werfen neue Fragen zur Tiefenstruktur
des Salzstocks auf, aber stehen keiner der dringend notwendigen Maßnahmen
für die Rückholung des Atommülls entgegen.

Die Auswertung der 2000 GPS-stationierten Beobachtungspunkte an der
Oberfläche der Asse durch Dr. Hans Joachim Franzke ergibt nun ein viel
detaillierteres Bild der Oberfläche und zeigt, dass auch die bisherigen
Modellvorstellungen zur Entstehung des Salzstocks korrekturbedürftig sind.

Vermutlich wurden die schon vorher längs und quer gebrochenen
Sedimentschichten über den Zechstein-Salzlagen durch tektonische
Spannungen aufgefaltet, wobei die Nordflanke über die Südflanke geschoben
worden sei und das zeitweise ca. 100°C heiße Salz in die dadurch
entstandenen Hohlräume fließen konnte.

Eine wichtige Erkenntnis: für das bisher über dem Salzstock vermutete
„verstürzte Deckgebirge“ gebe es keine Hinweise. Daher sei hier ein
geschichteter Aufbau des Gesteins anzunehmen.

Neue Erkenntnisse im Rahmen der geologischen Revisionskartierung konnten
auch durch eine Pollenanalyse gewonnen werden: die Sulfate, die sich in
Gesteinsschichten befinden, die im Grenzbereich zwischen Nordflanke und
Südflanke an die Oberfläche austreten, sind den Zechstein-Salzen
zuzuordnen, aus denen auch der eigentliche Asse-Salzstock besteht.

Für die Mitglieder des Asse II-Koordinationskreises ergaben aus dem
Fachworkshop verschiedene Folgerungen, unter anderem:

1. Sind Zechstein-Salze in oberen Bereichen der Asse wirklich nur
mitgeschleppte Scherreste aus der Zeit der Auffaltung, oder bestehen hier
möglicherweise bisher unerkannte Wegsamkeiten in die Tiefe?

2. Gegen den Bau des Schachtes „Asse 5“ (zur Rückholung des Atommülls) an
der bislang ausgewählten Stelle ergaben sich durch die Revisionskartierung
keine neuen Bedenken. Mit dieser für die Rückholung wichtigen Maßnahme
könnte der Betreiber der Schachtanlage Asse II also unverzüglich beginnen.
Wobei es zielführend wäre, gleichzeitig einen zweiten, alternativen
Schachtansatzpunkt zu bestimmen – um den Zeitverlust für den Fall gering
zu halten, dass die Abteufung von „Asse 5“ am derzeitigen Punkt scheitern
sollte.

3. Wie weit reichen die Störungen in den geologischen Formationen, die an
der Oberfläche erkennbar sind, in die Tiefe? Nach der
Oberflächenkartierung sind nun auch Tiefbohrungen nötig, um Kenntnisse
über die Strukturen in der Tiefe der Asse zu erweitern.

Insgesamt waren sich die Workshop-Teilnehmer des Asse II-
Koordinationskreises darin einig, dass die Öffnung der Fachworkshops zur
Asse für die Öffentlichkeit ein richtiger Schritt des Betreibers ist, um
interessierten Kreisen genauere Einblicke zu gewähren. Ein weiterer, nicht
selbstverständlicher Schritt sei die deutlich gewordene grundsätzliche
Infragestellung alter Gewissheiten, was die Berücksichtigung neuer
Erkenntnisse überhaupt erst zulasse.

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