Hambacher Forst – Belastungen durch Braunkohlekraftwerke

Sage niemand, er/sie habe von nichts gewusst …

Die Wolfenbütteler Atom(- und Kohle)AusstiegsGruppe erklärt sich solidarisch mit den Forderungen der Besetzerinnen des Hambacher Forsts

  • sofort jegliche Braunkohleförderung zu stoppen,
  • keinen Quadratmeter des 12 000 Jahre alten Waldes des Hambacher Forsts mehr zu roden,
  • sich dem Klimawandel entgegenzustellen und
  • weltweit Klimagerechtigkeit durchzusetzen.

Wir leben im Landkreis Wolfenbüttel, in dem der schöne Höhenzug Asse liegt. In der Asse liegt das ehemalige Salzbergwerk Asse II, in das von 1967 – 1968 126.00 Fässer mit radioaktivem und chemotoxischen Müll eingelagert – zum Teil abgekippt – wurde. (Der Müll stammt übrigens auch aus dem Versuchsreaktor in Jülich – ganz in der Nähe des Hambacher Forst.) Dieses unterirdische Atommülllager droht samt Müll „abzusaufen“ – mit nicht kalkulierbaren Folgen für die Umwelt. Das er absaufen könnte, davor wurde schon vor der Einlagerung gewarnt, da die Nachbarschächte schon „abgesoffen“ waren.

Ca. 30 km entfernt liegt das Atommülllager der ehemaligen DDR, ERAM in Morsleben, in das nach dem Anschluss der DDR an die BRD mehr Atommüll aus der BRD eingelagert wurde, als zu DDR-Zeiten – u. a. ein Radiumfass ohne Einlagerungsgenehmigung. Nur ca. 10 km vom Wolfenbütteler Rathaus (Zentrum) liegt Schacht Konrad in Salzgitter, ein altes Erzbergwerk, in das ab 2027 der schwach- und mittelradioaktiven Müll des gesamten Bundesgebietes eingelagert werden soll, obwohl nicht geklärt ist, ob es nach neuestem Stand von Wissenschaft und Technik geeignet ist. Gorleben, wo ein Endlager für hochradioaktivem Müll vorgesehen war und wo die Castoren mit dem hochradioaktiven Müll lagern, liegt ca. 110 km entfernt.

Wir wissen also, was es heißt, dass Opfer von „billigem Strom“ zu sein. Die Rechnung zahlen letztendlich finanziell die SteuerzahlerInnen und gesundheitlich die AnwohnerInnen. Die Folgen für den Klimawandel tragen die Menschen dieser Erde.  (Wer es sich dann evtl. mal leisten kann, die Erde zu verlassen, wenn sie unbewohnbar ist – und wer nicht, besingt die Band Dato in ihrem neuen Lied „Wir haben die Katastrophe kommen sehen“ https://www.popup-records.de/1591/dota-videopremiere-zu-raketenstart/ )

Der Klimawandel, an dem die Förderung von Braunkohle erheblichen Anteil hat, ist längst Realität: Die extreme Hitze dieses Sommers mit historischen Höchsttemperaturen und Dürre führte nicht nur zu Ernteausfällen hierzulande, sondern auch zu extremen Waldbränden in Schweden, zu außergewöhnlichen Überschwemmungen in Indien und Bangladesch, zu den größten Waldbränden in den USA, dem wärmsten je gemessenen Winter in der Antarktis und zu bislang unbekannten Höchsttemperaturen in Japan sowie in Russland. Alles deutet darauf hin, dass sich der Jet-Stream auf der Nordhalbkugel verlangsamt und verlagert, was weitere extreme Wetterlagen erzeugt.

Der RWE-Konzern trägt durch die Förderung von Braunkohle und die Rodung des Hambacher Forsts zur Verschärfung des Klimawandels mit all seinen zum Teil existenz- und lebensbedrohenden Folgen für die Menschen bei.

Im Schatten der umweltzerstörenden Politik der US-Regierung betreiben die großen Energiekonzerne in der Bundesrepublik eine Verschleppung der Energiewende mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit. Während in den USA das Wort „Klimawandel“ per Sprachregelung von allen offiziellen Regierungsseiten verbannt wurde, verbreiten Energiekonzerne hierzulande in teuren und subtilen Werbekampagnen falsche Informationen, etwa die Energiewende würde zu höheren Strompreisen und zu Blackouts führen. Tatsächlich wird in der Bundesrepublik mehr Strom erzeugt, als gebraucht wird. Den Konzernen geht es damit um die Generierung von Profit, etwa unter Ausnutzung des „Erneuerbare Energien Gesetzes“ (EEG).

Proteste der Zivilgesellschaft, wie der Besetzung des Hambacher Forsts sind auch deshalb wichtig, da der Umweltschutz gerade in Deutschland politisch vernachlässigt wird. In Baden-Württemberg etwa ist nicht nur Fracking zu Versuchszwecken erlaubt, auch der kriminelle Abgasbetrug der Automobilindustrie wird nicht strafrechtlich verfolgt, sondern als „Schummelei“ verharmlost.

Mit der Durchsetzung der Energiewende geht es auch um die Frage, welche Wirtschaftspolitik verwirklicht werden soll: eine, die für die Gewinnmaximierung der Energiekonzerne auf Kosten eines immer stärkeren Raubbaus der natürlichen Ressourcen funktioniert oder eine, die ein gutes Leben für möglichst alle Menschen dieses Planeten in den Mittelpunkt stellt.

Wir schreiben unter unsere Briefen an die verantwortlichen PolitikerInnen, Behörden und Betreiber „Weil wir für unser Leben gern hier leben …„, das galt und gilt sicherlich auch für die meisten Menschen in den Dörfern, die dem Tagebergbau weichen mussten bzw.  müssen.

Sage niemand, er/sie habe von nichts gewusst!!!

 

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

 

Und was ist mit Quecksilber-Emmissionen aus Braunkohlekraftwerken?

Auf https://de.statista.com/statistik/daten/studie/515159/umfrage/quecksilber-emissionen-grosser-braunkohlekraftwerke-in-deutschland/ werden die

Quecksilber-Emissionen großer Braunkohlekraftwerke in Deutschland im Jahr 2013 (in Kilogramm)
veröffentlicht. Auffällig sind die hohen Emissionen der Braunskohlekraftwerke in Neurath/Grevenbroich (RWE) 667 kg und Niederaußem/Bergheim (RWE) 527 kg. Das sind doch die Kohlekraftwerke in der Nähe des Hambacher Forst, die sicherlich mit der Kohle den in der Nähe liegenden Tagebaue gespeist werden. Dazu gehören wohl noch die beiden in Weisweiler/Eschweiler (RWE) mit 227 kg und Frimmersdorf/Grevenbroich mit 68,6 kg.

Auf https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/quecksilber-studie-jennrich-04062015.pdf  steht auf S. 5 zum Thema „Quellen der Quecksilberexposition mit besonderer Bedeutung für den Menschen

Kohlekraftwerke

Die deutschen Kohlekraftwerke stoßen ca. zwei Drittel der in Deutschland emittierten Gesamtmenge an Quecksilber aus und tragen damit erheblich zur Quecksilberexposition bei. Im Jahr 2012 waren allein acht Braunkohle-Großkraftwerke mit Jahresemissionen von jeweils mehreren Hundert Kilogramm Quecksilber für gut 40 % der Gesamtemissionen an Quecksilber in Deutschland verantwortlich.

Wie oben beschrieben liegen allein drei der acht dreckigsten Braunkohlekraftwerke in der Region um den Hambacher Forst.

Auf S. 2 steht z. B.

Der volkswirtschaftliche Schaden, der allein durch die Methylquecksilberbelastung von Neugeborenen in Europa entsteht, wird auf 8000 bis 9000 Millionen Euro jährlich geschätzt. Zur Langzeitexposition trägt die Belastung der Luft, des Wassers und des Bodens mit Quecksilber aus der Kohleverbrennung, der Erdgasförderung, der Verhüttung und Produktion von Eisen und Nichteisenmetallen und anderen anthropogenen Quellen wesentlich bei.

Wie Methylquecksilber entsteht, steht auf https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article113491220/Entstehung-von-hochgiftigem-Methylquecksilber-geklaert.html

Anorganisches Quecksilber (HG) gelangt etwa durch natürliche Prozesse wie Vulkanausbrüche oder Waldbrände in die Atmosphäre, vor allem aber durch menschliche Aktivitäten wie Bergbau oder die Verbrennung etwa von Kohle. In der Natur wandeln bestimmte Mikroorganismen vor allem im Wasser das Element durch Anlagerung von Methylgruppen in das äußerst giftige Methylquecksilber um, das sich in der Nahrungskette anreichert.

Diesen Text haben wir auch westdeutschen Medien geschickt und sie gefragt: Gibt es Untersuchungen des Landesumwelt- und oder des Landesgesundheitsminiteriums zu den Risiken durch die hohen Quecksilber-Emissionen, die alle in einer Region liegen.

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