Keine Erweiterung des Chemielagers PLG in Bad Harzburg ohne Umweltverträglichkeitsprüfung

EILT – EINSPRUCHSFRIST ENDET AM 2.12.2019

Die Firma PLG mit Sitz im Landkreis Wolfenbüttel – in Baddeckenstedt – betreibt seit 2016 ein Chemielager in Bad Harzburg, Gödeckekamp 7. Im Umfeld diese Anlage befinden sich lt. BUND und NABU Quellaustritte und Erdfälle. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie wies schon 2016 auf instabile Bodenverhältnisse hin, trotzdem gab es 2016 vor der Genehmigung keine Umweltver-träglichkeitsprüfung.

Die Firma PLG mbH aus Baddeckenstedt hat nun eine wesentliche Vergrößerung des Lagers in der Kurstadt Bad Harzburg beantragt. Nach dem Willen von PLG soll die Lagerkapazität jetzt nach nur drei Jahren von 7.800 t (so groß wie ca. 5 Fußballfelder) auf zukünftig 22.764 t vergrößert werden, also verdreifacht werden. Gelagert werden gefährliche Pflanzenschutzmittel und andere Chemikalien. 

Ein Störfall bei der Anlage kann zu einer erhöhten Gefährdung des Grund- und des Oberflächenwassers führen. Die tieferliegende Radau liegt nur 250 m entfernt. Die Radau mündet in der Nähe von Vienenburg in die Oker, die im weiteren Verlauf durch den Landkreis Wolfenbüttel fließt.

Mit Güteklasse II ist die Wasserqualität der Oker zwar insgesamt nur als mäßig belastet eingestuft, aber durch die industrielle Schwermetallbelastung am Oberlauf ist bis heute das Baden im Fluss verboten. 

Wikipedia verweist auf weitere Auswirkungen, die auf die Belastungen der Oker zurückzuführen sind.

Bei Weidevieh traten früher Missbildungen und Knochensprödigkeit auf, die sogenannte Okersteinfeldkrankheit.

Im Stadtgebiet Braunschweigs sind Bodenuntersuchungen durchgeführt worden, nach denen im Jahr 2012 auf dem Stöckheimer Bolzplatz, der in der Okeraue liegt, der Boden ausgetauscht werden musste. Bei der Bewertung des innerstädtischen Okerlaufs Bosselgraben als mögliche Kanustrecke für Kinder wurde das Sediment 2008 untersucht und als Gefährlicher Abfall eingestuft. Die Werte für Arsen lagen bei 380 mg/kg untersuchter Trockenmasse, der Prüfwert gemäß Bundes-Bodenschutzgesetz ist für Freizeitanlagen 125 mg/kg. Im Schlamm sind außerdem hohe Konzentrationen für Cadmium, Kupfer und Zink nachgewiesen worden. 

Trotz aller erreichten Fortschritte muss die Oker weiterhin als ein gefährdeter Fluss betrachtet werden. Mögliche zusätzliche Risiken müssen ausgeschlossen werden, um die erreichten Fortschritte nicht zu gefährden. 

Die Wolfenbütteler Atomausstiegsgruppe (WAAG), die sich mittlerweile u. a. im Rahmen der monatlichen Mahnwache “Geh denken!” weiteren sozialen und ökologischen Themen annimmt, hat den Landkreis Wolfenbüttel als untere Wasserbehörde aufgefordert, gegen die Genehmigung der Betriebsausweitung ohne Umweltverträglichkeitsprüfung  Einspruch einzulegen.

Die Einspruchsfrist endet schon am 2.12.2019. Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die – wie VertreterInnen der WAAG – ebenfalls Einspruch erheben wollen, können einen Mustertext hier herunterladen.

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