94. Mahnwache am Montag, den 7.1.19

Am kommenden Montag, den 7.1.19 findet ab 18 Uhr die monatliche Mahnwache zu Asse II & Co vor Seeliger, Lange Herzogstr. 63 in Wolfenbüttel statt.

Es wird über das bisherige Ergebnis der Anfrage zur Ausschreibung der vom Bundesumweltministerium finanzierten Fachleute des Asse II-Begleitprozesses berichtet. Die Anfrage erfolgte aufgrund der Diskussion auf der letzten Mahnwache.

Außerdem gibt es einen Ausblick auf die Themen des Jahres 2019 rund um Asse II – welche Arbeiten wurden vom neuen Betreiber angekündigt, welche können/müssen parallel laufen und was hat der Landkreis bisher zum Thema Umgebungsüberwachung gemacht?

Auch über andere niedersächsische Atomstandorte wird berichtet. Dazu gehören nicht nur Eckert & Ziegler in Braunschweig-Thune und die Brennelementefabrik in Lingen, sondern auch Standorte, die nicht mit radioaktiven Abfällen in Verbindung gebracht werden. Die Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) lädt alle Interessierten ein, sich zu informieren

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Geldmaschine Asse II

1965 wurde die Schachtanlage Asse II, deren Salzvorkommen ausgebeutet war, von der Firma Wintershall (einer Vergängerfirma von Kali-und Salz) für 700.000 DM an den Bund verkauft.  Wintershall profitierte nicht nur vom Kaufpreis. Zusätzlich wurden die Kosten für die Verfüllung des Bergwerks eingespart.

In der Folge wurden Forschungsaufträge, z. B. für den Verschluss von Schächten, an Kali- und Salz vergeben. Das Volumen wird auf 2 Milliarden Euro geschätzt. 

In den Jahren 1995 bis 2003 erfolgte die Lieferungen von Salz zur Verfüllung der oberen Sohlen. Dafür wurde das Salz der Halde Ronnenberg bei Hannover benutzt. Inhaber der Halde ist Kali- und Salz.

Abgepumpte Lauge aus der Schachtanlage Asse II wurde zur Flutung von stillgelegten Bergwerken genutzt. Sowohl der Schacht Mariaglück bei Celle als auch der aktuell benutzte Schacht Friedrichshall/Hugo in Sehnde bei Hannover sind im Besitz von Kali und Salz. Kali und Salz lässt sich die Annahme der aufgefangenen Laufe aus der Schachtanlage Asse „fürstlich“ vergüten. Für die Ablieferung an Mariaglück wird ein Betrag von 700.000 Euro geschätzt.

Und noch in einem weiteren Vorhaben steht Kali und Salz vor der Tür. Auf die Lieferung von Magnesiumchlorid, das nach der aktuellen Notfallplanung zur Flutung genutzt werden soll, ist Kali und Salz spezialisiert. 

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Asse II „Geh‘ denken!“

Neujahrsspaziergang vor Ort

Auch dieses Jahr findet wieder der traditionelle „Neujahrsspaziergang vor Ort“ statt. Treffpunkt ist um 14 Uhr vor der Schachtanlage Asse II, Am Walde 2 in Remlingen.

Es ist ein besonderer Tag – 40 Jahre vorher endete die Einlagerung von radioaktivem und chemotoxischen Müll in die Schachtanlage Asse II, da sonst das gesetzliche Planfeststellungsverfahren notwendig geworden wäre. Bis zum 31.12.1978 wurde deshalb noch sämtlicher – nicht offensichtlich hoch radioaktiver Müll – eingelagert.

Der Radioökologe, Dr. Rainer Gellermann, der sich auf Bitten der Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe seit Januar 2017 die Daten der Umgebungsüberwachung angesehen hat, wird über seine Feststellungen der mangelnden Qualitätskontrolle und über die angegebenen hohen Blei-Werte berichten.

Außerdem wird berichtet, was in den vier Jahrzehnte seit Ende der Einlagerung passiert ist und wer einer der – in der Öffentlichkeit bisher kaum als solcher wahrgenommener – Gewinner der Einlagerung und deren Folgen ist.

Klar ist, dass sich auch hier der Spruch der Schweizer „Kernfrauen“ bewahrheitet: „Die Ewigkeitslast Atommüll verzeiht weder Fehlentscheide, Experimente noch Scheinlösungen.“ Deshalb bedarf es der Aufmerksamkeit der BürgerInnen und Bürger. Die Wolfenbütteler AtomAussteigsGruppe lädt alle Interessierten herzlich ein, sich am Neujahrstag zu informieren, Informationen einzubringen und sich auszutauschen, kurz: „Geh‘ denken!“

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Bundesgesellschaft für Zwischenlager schreibt Versicherung für Standortzwischenlager aus.

In den Standortzwischenlagern ist auch hochradioaktiver Atommüll gelagert. Im Falle des größten anzunehmenden Unfalls (z. B. Flugzeugabsturz) ist mit einer unübersehbarer Freisetzung von radioaktiver Strahlung zu rechnen. Die Folge wären u. a. großflächige Evakurierungen. 

Die Bundesgesellschaft für Zwischenlager hat eine Ausschreibung für eine Versicherung der 11 Standortzwischenlager vorgenommen. Die Versicherungssumme beträgt je Zwischenlagerstandort 350 Millionen Eure.

Eine Versicherungssumme von 350 Mio. Euro erscheint und diesem Hintergrund als gering. 

zur Ausscheibungsübersicht

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Brand in der Brennelementefabrik in Lingen macht deutlich: Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen in der Nähe Wohngebieten, keine neuen Atomanlagen in der Nähe von Wohngebieten


Eindringen von Salzlaugen in die Schachtanlage Asse II, Auffinden von durchrosteten Fässern in Zwischenlagern und in der Landessammelstelle in Leese, Freisetzung von radioaktiver Strahlung bei Eckert und Ziegler in Braunschweig-Thune und nun der Brand in einer Brennelemente-Fabrik in Lingen zeigen auf, welche Risiken mit Atomanlagen aller Art verbunden sind. 


Sie zeigen aber auch auf, dass das Denken der Betreiber auf das „Herunterspielen“ von Risiken ausgerichtet ist. Dabei verwundert es nicht, dass der Betreiber der Brennelemente-Fabrik in Lingen erst behauptete, der Brand sei im nichtnuklearen Bereich entstanden. Erst vier Tage nach dem Brand gab der Betreiber auf Nachfrage des NDR zu, dass der Brand doch im nuklearen Bereich ausgebrochen sei. Wenn der Betreiber dies als Missverständnis abtut, dass auf die „vom Unternehmen verwendete Fachsprache“ zurückzuführen sei, lässt mehr als nur den Verdacht entstehen, dass die tatsächliche Gefahr der Öffentlichkeit vorenthalten werden sollte.


Wer als Betreiber einer Anlage, als Aufsichtsbehörde und als Politiker tätig ist, steht in der Pflicht, ernsthaft und glaubwürdig den Schutz der Bevölkerung vor Risiken der Atomindustrie zu betreiben. Der Blick muss auf das „was hätte passieren können“ gerichtet sein. Ein Ausruhen darauf, dass „ja alles gut gegangen ist“ oder so dargestellt werden kann, ist verantwortungslos. 


Für Genehmigungsverfahren müssen die größtmöglichen Risiken der Maßstab sein. Daher müssen die Genehmigungen für bestehende Atomanlagen überprüft werden. Zukünftige Anlagen, wie die Anlagen, die mit der Bergung des Atommülls in der Schachtanlage Asse II notwendig werden, müssen an den gleichen Maßstäben gemessen werden. 


Eine Position, dass ein Zwischenlager an der Asse für die Bergung des Atommülls nahezu zwingend sei, wie es der ehemalige Präsident des BfS und Betreiber der Schachtanlage Asse II (Wolfram König) verkündet
 habe, ist nicht haltbar. 


Die aufgetretenen Pannen zeigen, dass das Vertrauen auf eine ausschließliche technisch hergestellte Sicherheit mit hohen Risiken behaftet ist. Eine hundertprozentige Sicherheit technischer Anlagen kann es nicht geben. Daher können bestehende und zukünftig notwendige Atomanlagen nicht unmittelbar in der Nähe von Wohngebieten und Schulen betrieben werden. 
Dies gilt auch für ein notwendiges Zwischenlager für den zu bergenden Atommüll aus der von Beginn an verantwortungslosen Einlagerung von Atommüll in der gebrauchte Schachtanlage Asse II. 


Die WAAG fordern verbindliche Mindestabstände von unvermeidlichen Atomanlagen von der Wohn- und zivilen Bebauung. Sie fordern die kommunalpolitischen Gremien auf, in diesem Sinne ihrer Verpflichtung für die Bevölkerung tätig zu werden. 

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Asse II-Koordinationskreis unabhängiger Bürgerinitiativen zu aktuellen Vorgängen:

  1. Mehr Transparenz bei Asse II !

Als vor 10 Jahren die skandalösen Vorgänge in der Asse nach und nach ans Licht kamen, wurde mehr Transparenz versprochen. Doch immer noch ist mangelnde Transparenz ein Problem in Bezug auf den Salzstock Asse II und die Rückholung des Atommülls aus der Schachtanlage – trotz aller Öffentlichkeitsarbeit des Betreibers.

  1. 1. Umgebungsüberwachung ist mehr als Datenerhebung!

Aus der Schachtanlage Asse II treten erhebliche Mengen von Radionukliden aus, vor allem als radioaktiver Kohlenstoff und radioaktiver Wasserstoff (Tritium), aber auch Radon. Zur Umgebungsüberwachung muss gefragt werden: Wie werden die gegenwärtigen und vergangenen radioaktiven Freisetzungen aus Asse II und deren Anreicherungen in der Umgebung gemessen? Wie werden die Ergebnisse der Umgebungsüberwachung kontrolliert, bewertet und veröffentlicht? Hier liegt einiges im Argen.

Umgebungsüberwachung ist mehr, als die Erhebung von Daten: Daten müssen vollständig sein, sie müssen bewertet werden, Ihre Qualität muss gesichert sein.

Es fehlen Messungen der Anreicherungen von Radionukliden in biologischen Sammlern, zum Beispiel in Baumscheiben, in Zähnen von Wildtieren, in Flechten und in den beiden Teichen in direkter Nachbarschaft zum Schacht Asse II.

Alle Messungen zur Umgebungsüberwachung müssen auch von einer unabhängigen Stelle durchgeführt, ausgewertet, bewertet und transparent in die Öffentlichkeit kommuniziert werden.

Es werden klare Zuständigkeiten mit verantwortlichen Ansprechpartnern benötigt.

Hintergrund dieser Beanstandungen sind die Fehlerfeststellungen bezüglich der Umgebungsüberwachung, mitgeteilt von Dr. Rainer Gellermann in einem Schreiben vom 6.11.2018. Auf die Nachfragen einer Bürgerinitiative hin wurde die Verantwortlichkeit für die Umgebungsüberwachung im Zuständigkeitsbereich der Wasserbehörde zwischen dem Landkreis Wolfenbüttel (Untere Wasserbehörde) und dem Niedersächsischen Umweltministerium (als oberste Wasserhörde) hin- und hergeschoben.

  1. 2. Wissensbestände zu Asse II offen legen!

Unzählige Akten existieren zu Asse II. Doch wie werden die Unterlagen so aufbereitet und öffentlich gemacht, dass alle Informationen für interessierte Bürgerinnen und Bürger zugänglich sind – und die Suche nach bestimmten Informationen nicht einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleicht?

Hier muss festgestellt werden: Das Desaster um den Schacht Asse II ist während der Verantwortung des Forschungsministeriums des Bundes (BMBF) für die Schachtanlage Asse II angerichtet worden. Der Asse II Koordinationskreis (A2K) sieht daher eine bleibende Verantwortlichkeit im Bereich des Bundes.

Mit der Übergabe der Verantwortung für Asse II vom Forschungsministerium des Bundes (BMBF) an das Umweltministerium des Bundes (BMU) hat das BMU auch die Pflicht, die Aufarbeitung der Asse II-Akten und ein Analyseprogramm zu finanzieren.

Die Öffentlichkeit muss eine einfache Zugangsmöglichkeit zu den Akten und zu den darin enthaltenen Informationen bekommen.

Der umfassende und einfache Zugang zu Informationen ist eine Grundlage für Meinungsbildung und demokratische Teilhabe.

Die Verantwortlichkeit für die Aufarbeitung der Datenbestände und der Analysesoftware sowie für die Pflege, Vervollständigung und Sicherung aller Datenbestände muss weiterhin im politischen Raum auf der Ebene der Bundesministerien bleiben. Sie darf nicht an eine privatwirtschaftliche Gesellschaft ausgelagert werden. Insbesondere verbietet sich die Auslagerung an eine Institution, die Endlager betreibt oder beaufsichtigt oder die Endlagersuche durchführt. Hier sind zum Beispiel beim Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) und bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) Interessenskonflikte vorprogrammiert; das trifft auch auf die Bundesämter zu.

Fragwürdig ist auch, dass das bisher für die Auswertung der Akten zuständige IWW in Goslar zum Helmholtz Zentrum München gehört – das bis 2008 für den Betrieb der Schachtanlage Asse II zuständig war und dem also Mitverantwortung für Vorkommnisse in Asse II zugeschrieben werden muss.

Der Asse II-Koordinationskreis fordert daher, dass die Daten der Öffentlichkeit mittels einer Analysesoftware leicht und vollständig in der Verantwortung des Bundes zugänglich gemacht werden.  

  1. 3. Wissenschaftliche Begleitung der Rückholung ausbauen – nicht einschränken

Unabhängige Wissenschaftler arbeiten seit 10 Jahren dem Asse II-Begleitprozess in bedeutsamen Themen zu, die die Rückholung des Atommülls betreffen.

Angesichts des Auslaufens der Verträge der gegenwärtig engagierten Wissenschaftler im März 2019 ist die Frage: Wer bestimmt, welche Fachrichtungen künftig vertreten sind und wie werden die Wissenschaftler ausgewählt?

In dem, was am 09.11.2018 in Wolfenbüttel als künftig zu besetzende Kompetenzfelder der Wissenschaftler öffentlich genannt wurde, fehlten die Fachbereiche „Anlagenplanung“ und „Maschinenbau“. Auch „Hydrogeologie“ wurde als solche nicht explizit genannt, obwohl diese beim Schacht Asse II durch den Laugenzufluss in das Grubengebäude ein unverzichtbarer Fachbereich ist.

Damit wären Fachbereiche, die für die Rückholung wesentlich sind, nicht berücksichtigt.

Es entsteht der Eindruck, dass die Neuausrichtung der Wissenschaftlergruppe im stillen Kämmerlein von Politik und Verwaltung getroffen wurde. Der A2K ist hierüber höchst irritiert und vermisst eine Information der Öffentlichkeit einschließlich einer Begründung für diese Neuausrichtung der Wissenschaftlergruppe „Arbeitsgruppe Option Rückholung“ (AGO).

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Mahnwache zu Asse II am kommenden Montag

Am kommenden Montag, den 3. Dezember findet die monatliche Mahnwache zu Asse II & Co. statt – aufgrund des Weihnachtsmarktes nicht direkt vor Seeliger, sondern ein/zwei Häuser weiter, Lange Herzogstr. 61/59.

Es wird über die Sitzung des Asse II-Begleitgremiuns im November und über den anstehenden Besuch von Landesumweltminister Olaf Lies am 5. Dezember an der Schachtanlage Asse II berichtet.

Außerdem steht der 40. Jahrestag der letzten Einlagerung in Asse II an. Die erste Einlagerung fand am 4.4.1967 statt. 1976 wurde die 4. Atomrechtsnovelle verabschiedet, die die Einlagerung radioaktiver Abfälle neu regelte und Planfeststellungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung vorschrieb. Für das Salzbergwerk Asse II wurde – sicherlich aus gutem Grund – kein Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Damit liefen die letzten erteilten Einlagerungsgenehmigungen Ende 1978 aus und die Einlagerungen wurden am 31.12.1978 beendet. Mehr als 50% aller Gebinde wurden in den letzten drei Jahren eingelagert, als absehbar war, dass die Genehmigung ausläuft.

40 Jahre nach der letzten Einlagerung – am 1.1.2019 – findet ein „Neujahrsspaziergang vor Ort“ statt. Er steht unter dem Motto „Geh‘ denken!“. Auch die Themen und Vorbereitungen dieser Veranstaltung sollen am Montag besprochen werden.

Die Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) lädt alle Interessierten ein, sich am kommenden Montag zu informieren und auszutauschen. 

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