Asse II-Koordinationskreis unabhängiger Bürgerinitiativen: Grundsatzforderungen zu Asse II neu aufgestellt

Die unabhängigen Bürgerinitiativen im Asse II-Koordinationskreis haben in einem intensiven Diskussionsprozess die „Remlinger Erklärung“ aus dem Jahr 2007 weiterentwickelt und konkrete Forderungen zur Schachtanlage Asse II, zur Rückholung des Atommülls, zur Lagerung rückgeholter Abfälle sowie zur Umgebungsüberwachung an der Asse formuliert.

Die jetzt vorgelegten 27 Grundsatzforderungen des Asse II-Koordinationskreises fassen die vielfältigen Sachargumente zusammen. Sie sollen die Diskussion innerhalb der Bevölkerung neu beleben und eine verlässliche Grundlage für die Fortsetzung des sachlich-kritischen Dialogs mit dem Betreiber darstellen. 

Von den A2K-Grundsatzforderungen werden einige vorgestellt:

Nachweltschutz gesetzlich verankern!

„Wir fordern, dass der Nachweltschutz gesetzlich ernst genommen wird, d.h. dass Bürgerinnen und Bürger auch klageberechtigt und klagebefugt werden, um für ihre Nachkommen Verantwortung auch gerichtlich wahrnehmen zu können. In Genehmigungsverfahren sind zugehörige Stellungnahmen nachvollziehbar zu bewerten.“

Belastungen minimieren!

„Wir fordern, dass die Freisetzungen von Radionukliden und chemo-toxischen Stoffen auf das technisch mögliche Maß minimiert werden.“

Rückholung vorantreiben!

„Wir fordern, dass der Betreiber schnellstmöglich alle Maßnahmen umsetzt, die erforderlich sind, um den Anforderungen des Atomgesetzes §57b zur Rückholung nachzukommen. Hierzu ist der Atommüll und Giftmüll trocken zu halten und der Bau des neue Schacht Asse 5 schleunigst umzusetzen.“

Anlagentrennung!

„Wir fordern, dass die Planung von Anlagen zur Pufferlagerung, Konditionierung und Zwischenlagerung eine klare Trennung dieser Anlagen aufweist, damit die Möglichkeit einer räumlichen Trennung offen gehalten wird. Der Auswahlprozess dieser Anlagen muss in der Öffentlichkeit transparent und nachvollziehbar geführt werden.“

Standortvergleich!

„Wir fordern einen fairen und nachvollziehbaren Vergleich von Zwischenlagerstandorten für den Atommüll aus Asse II. Aus Sicherheitsgründen – insbesondere für Störfälle – müssen bei dem Standortvergleich auch Abstände von mindestens 4 km zwischen dem Zwischenlager und der Wohnbebauung berücksichtigt werden. Auch sind bundeseigene Liegenschaften wie Bunker, Tunnel und ehemalige Truppenübungsplätze zu berücksichtigen.“

Komplette Liste der Forderungen siehe in den heute veröffentlichten Asse-Durchblicken Nr. 8

Der Asse II-Koordinationskreis ruft die interessierte Bevölkerung dazu auf, sich bei den unabhängigen Bürgerinitiativen zu informieren und dort zu engagieren. Sachorientierte Lösungen der Probleme um die Schachtanlage Asse II und den darin lagernden Atommüll und Giftmüll werden noch lange Zeit eine intensive Begleitung durch engagierte Bürgerinnen und Bürger erfordern.

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Mahnwache zu Asse II und Co. am kommenden Montag, den 4.6.201

Die Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) lädt für kommenden Montag, den 4. Juni zur monatlichen Mahnwache zu Asse II & Co. ein. Sie findet ab 18 Uhr vor Seeliger, Lange Herzogstr. 63 statt.

Es wird berichtet,

– was die unabhängigen Bürgerinitiativen vor Ort zum Thema Asse II planen

– ob sich die Landrätin und der Kreistag darum kümmern, ob der Landkreis bei der Suche nach einem Endlagerstandort für hochradioaktiven Müll einbezogen wird

– wie der Landkreis Wolfenbüttel bzw. die Menschen, die hier leben, bei einem Störfall bei der Firma Eckert & Ziegler in Braunschweig-Thune mit einer Freisetzung von 0,1% des Inventar betroffen wäre/n.

Die Bürgerinitiative Strahlenschutz (BISS) aus Braunschweig informierte am vergangenen Sonntag vor dem Wolfenbütteler Rathaus über dieses Thema. Sie wurde von der WAAG empfangen. Die Landrätin, der Wolfenbütteler Bürgermeister sowie die Kreistags- und Stadtratsfraktionen erhielten die Informationen der BISS schriftlich. Die Schreiben sind hinterlegt auf https://waagwf.wordpress.com/2018/05/27/stresstest-bei-eckert-und-ziegler-wolfenbuettel-unmittelbar-betroffen/
Zur Mahnwache sind alle Interessierten willkommen, sich zu informieren, Fragen zu stellen, Anregungen zu geben und ihre Meinung zu sagen.

Rückblick der BGE (Betreiber der Schachtanlage Asse II) auf die Veranstaltung „Betrifft: Asse – Die radioaktiven Abfälle in der Asse“
auf https://www.bge.de/de/meldungen/2018/5/asse-betrifft-asse-nachbereitung/
Unter dem Bericht sind die Folienvorträge der Referenten hinterlegt. Referenten waren Dr. Rainer Moormann (Experte für das Thema Reaktorsicherheit, unter anderem ausgezeichnet mit dem Whistleblower-Preis der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler 2011), Karin Kugel (Leiterin Abfallinventar und Produktkontrolle) sowie Dirk Laske (Leiter Projekt Rückholung) beide von der BGE.

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Stresstest bei Eckert und Ziegler – Stadt und Landkreis Wolfenbüttel unmittelbar betroffen

Die Bürgerinitiative Strahlenschutz (BISS) aus Braunschweig hat sich in einem offenen Brief an die kommunalpolitischen Mandatsträger gewandt und darauf hingewiesen, dass Stadt und Landkreis Wolfenbüttel von einem Strahlenunfall in Braunschweigs Norden unmittelbar betroffen sein könnte.

Die BISS wurde am heutigen Sonntag in Wolfenbüttel von Mitgliedern der WAAG beim Zwischenstopp während ihrer Fahrradtour über im Störfall betroffene Orte in Wolfenbüttel empfangen.

Ein Vertreter der BISS informierte vor dem Wolfenbütteler Rathaus darüber, dass nach einem radioaktiven Störfall mit einer Freisetzung von nur 0,1% des am Nuklearstandortes in Braunschweig-Thune möglichen Inventars bis in 19km Entfernung vom Nukleargelände (entspricht der Entfernung bis zum Rathaus Wolfenbüttel) mit einer sofortigen Evakuierung gerechnet werden muss.

Weitere Informationen zum Stresstest der Biss – hier.

 

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Zur Diskussion: NUCLEAR WASTE: Von der „Geologischen Tiefenlagerung“ zur „Dualen Strategie“

Von Marcos Buser

Titelbild: Sickerwasser im Bergwerk und „Versuchsendlager“ Asse (Foto: Bundesamt für Strahlenschutz, aus: https://www.kontextwochenzeitung.de/wirtschaft/62/radioaktive-zeitbombe-aus-karlsruhe-840.html)

Am 26. April 2016 fand im Anschluss an die Jahresversammlung der Schweizerischen Energie-Stiftung eine kontradiktorische Veranstaltung über die Entsorgung radioaktiver Abfälle statt, an der Markus Fritschi (Nagra) und Anne Kathrin Leuz (ENSI) auf der einen Seite, und Marcos Buser (Zürich) und Martin Ott, Landwirt, Rheinau (Zürich), auf der Anderen teilnahmen. In seinem Eingangsstatement distanzierte sich Marcos Buser vom heute in der Schweiz verfolgten Konzepts des geologischen Tiefenlagers. Eine umfassendere Begründung dafür folgt nun mit diesem Blogbeitrag in drei Teilen.

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Veranstaltung der BGE „Betrifft: Asse – Die radioaktiven Abfälle in der Asse“ am Mittwoch, 9. Mai 2018, in der Infostelle Asse, Am Walde 1 in Remlingen

Die Einladung mit Themen und Referenten entnehmen Sie bitte der Internetseite des (neuen) Betreibers, der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), siehe  https://www.bge.de/de/meldungen/2018/5/ankuendigung-betrifft-asse/

Einer der Referenten ist Dr. Rainer Moormann. Er arbeitete 35 Jahre lang in der Kernforschungsanlage (KFA), aus der ein Großteil des Inventars der Schachtanlage Asse II stammt. Für seine Kritik am dortigen Versuchsreaktor und den damit verbundenen Nachteilen für ihn erhielt er den Whistleblowerpreis 2011.

Am 11.1.12 schrieb er u. a. an den damaligen Betreiber, aber auch dem Landes- und Bundesumweltministerium einen Brief mit dem Betreff „Falsche und unvollständige Angaben des Forschungszentrum Jülich in einer schriftlichen Stellungnahme vom Januar 2010 zur Einlagerung von AVR-Abfall in die Asse-2?“ Der Brief ist auf der Internetseite der Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) zum Schluss des Beitrages „Einlagerungen aus dem Forschungszentrum Jülich“ hinterlegt, siehe https://waagwf.wordpress.com/2018/04/04/einlagerung-aus-dem-forschungszentrum-juelich-spurensuche/

Die WAAG hatte deshalb sowohl das Thema „Inventar“, als auch die Einladung von Herrn Moormann vorgeschlagen. Wir begrüßen, dass die BGE dem nachgekommen ist.

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Mahnwache zu Asse II und mehr am Montag, den 7.5.2018

Am Montag, den 7.5.2018, findet ab 18.00 die 87. Mahnwache zu Asse II & mehr vor Seeliger, Lange Herzogstr. 53 in Wolfenbüttel statt.

Bei dieser Mahnwache liegt der absolute Schwerpunkt auf den Themen zu Asse II. So soll informiert und diskutiert werden, worin sich der vom Kreistag installierte Begleitprozess zur bisherigen Asse-II-Begleitgruppe unterscheidet.

Der Asse II-Koordinationskreis (Zusammenschluss der hiesigen Bürgerinitiativen) beteiligt sich nicht an diesem neuen Begleitprozess. Die Vertreter des Asse II Koordinationskreises sind aber weiterhin im Gespräch mit dem Betreiber der Schachtanlage Asse, der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE).  Auf der Mahnwache wird mit den TeilnehmerInnen besprochen, welche Themen angesprochen bzw. hinterfragt und welche Vorschläge gemacht werden sollen.

Außerdem wird es um das Thema Erweiterung und Neuausrichtung der Umgebungsüberwachung um die Schachtanlage Asse 2 gehen.

Die Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe lädt alle Interessierten zum Informations- und Meinungsaustausch ein.

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Stellungnahme Asse II-Koordinationsausschuss zur Sitzung des Begleitprozesses am 27.4.2019

Konzept der Umgebungsüberwachung fragwürdig

Mitglieder des Asse II-Koordinationskreises haben das Treffen des Asse II-Begleitprozesses am 27.04.2018 in Wolfenbüttel besucht. „In einigen Punkten ist vordringlicher Handlungs- und Gesprächsbedarf deutlich geworden: die Kommunikation des Betreibers bezüglich Schacht 5 muss verbessert werden, das gegenwärtige Konzept der Umgebungsüberwachung ist fragwürdig und das Bewusstsein über verschiedene Formen von Begleitprozessen muss geschärft werden.“

1. Die Kommunikation des Betreibers bezüglich der Realisierbarkeit des Schachtes Asse 5 am gegenwärtig geplanten Standort war bei dem Begleitprozess-Treffen am 27.4. von Uneindeutigkeit geprägt.

Doch dieser neue Schacht Asse 5 und seine Anbindung an das Bergwerk sind von zentraler Bedeutung. Sie sind nicht nur eminent wichtig für die künftige vollständige Rückholung des Atommülls und des Giftmülls, sondern schon jetzt für die Betriebssicherheit der gesamten Schachtanlage Asse II. Hier sollte der Betreiber seine Kommunikation präzisieren.

2. Das gegenwärtige Konzept der Umgebungsüberwachung von Asse II ist grundsätzlich fragwürdig.

Im Rahmen der Umgebungsüberwachung werden nur die radioaktiven Niederschläge in der Umgebung der Schachtanlage gemessen. Prof. Dr. Bertram (AGO) verdeutlichte: um die langfristige Belastung der Bevölkerung an der Asse zu ermessen, seien Erkenntnisse über die Anreicherung radioaktiver Teilchen wichtig, beispielsweise von radioaktivem Wasserstoff (Tritium) und Kohlenstoff (C-14) in den Organismen der Umwelt.

Da sich die Umgebungsüberwachung beim Begleitprozess-Treffen am 27.4. diesbezüglich für nicht zuständig erklärte, sollte hier eine Revision des Überwachungsauftrages erfolgen.

Insbesondere stellt sich der Asse II-Koordinationskreis hinter die Forderung von Heike Wiegel, Baumscheibenanalysen von Bäumen aus der Umgebung der Schachtanlage durchzuführen. Hier könnten vermutlich Aufschlüsse über den Verlauf der Emissionen in den 50 Jahren seit Beginn der Einlagerung von Atommüll in Asse II gewonnen werden.

3. Der Charakter des Begleitprozesses hat sich geändert. 

Die jüngst installierte „Zivilgesellschaftliche Vertretung“ (ZGV) soll die Vertretung der Interessen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen im Begleitprozess ermöglichen. Die Asse2-Begleitgruppe – so wie sie 2008 gegründet wurde – war hingegen darauf ausgerichtet, das Handeln des Betreibers kritisch zu begleiten und als Vertretung der gesamten Region Forderungen an den Betreiber oder den Gesetzgeber zu formulieren, die sich auf durchzuführende oder zu unterlassender Maßnahmen in Asse II bezogen.

Der Asse II-Koordinationskreis (aus Bürgerinitiativen, Organisationen und Einzelpersonen gegen die Flutung der Asse) wird das Handeln des Betreibers der Schachtanlage Asse II und das Agieren der Politik in Bund, Ländern und Kommunen bezüglich Asse II weiterhin kritisch begleiten. Er setzt seine fachlich orientierte Arbeit fort, unter anderem mit dem nächsten Treffen am Dienstag, dem 8. Mai, um 19 Uhr in Remlingen. Weiterlesen

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