Asse II-Koordinationskreis: Kein Vertrauen in BGE und BASE bei der Endlagersuche

Die Bürgerinitiativen des Asse II-Koordinationskreises protestieren
anlässlich der heutigen Veröffentlichung des „Zwischenberichtes
Teilgebiete“ dagegen, dass ausgerechnet die Bundesgesellschaft für
Endlagerung (BGE) die Auswahl für einen Endlagerstandort für
hochradioaktiven Atommüll betreibt.

Ebenso wenig können wir darauf vertrauen, dass das Atommüll-Bundesamt BASE unter der Leitung von Wolfram König einen transparenten, partizipativen und wirksamen Begleitprozess organisiert, der sachliche Kritik am Prozess und an seinen möglichen Ergebnissen zur Geltung
bringt. Wir müssen die anderen Teilgebiete warnen: Uns dürfte eine Beteiligungs-Simulation bevorstehen, ähnlich wie beim Atommüll-Bergwerk Asse II.

Wir fordern die Mitglieder und auch die Funktionsträger aller Parteien auf, dem Endlager-Suchverfahren und der angeblichen Öffentlichkeits-Beteiligung kritisch gegenüberzustehen. Sie sollten sich nicht von wortreichen Beteuerungen etwa der Transparenz und einer Wissenschaftsbasiertheit des Auswahlverfahrens blenden lassen.

In Sachen Asse II haben wir als unabhängige Bürgerinitiativen mit den hier handelnden Institutionen und Personen keine guten Erfahrungen gemacht.

Warum vertrauen wir nicht der BGE?

Die BGE hat im Sommer 2020 einen Standort festgelegt für eine Anlage, in der angeblich der aus Asse II zurückzuholende Atommüll konditioniert und „zwischen“gelagert werden soll: In unmittelbarer Nähe zu Ortschaften an der Asse. Diese Standort-Entscheidung wurde auf politische Vorgabe der Bundesregierung hin getroffen – vorbei an den Forderungen der Region. Das machte ein Statement des Umwelt-Staatssekretärs Flasbarth am 10. Juli 2020 deutlich.

Die BGE hatte bei der Standortbestimmung die Forderung des regionalen Begleitgremiums „Asse 2-Begleitgruppe“ vom Juli 2014 völlig ignoriert, in einen Vergleich verschiedener Standorte für eine Atommüll-Konditionierungsanlage und ein Zwischenlager auch zwei asse-ferne Standorte mit einem Abstand von mehr als vier Kilometern zu Wohnbebauung einzubeziehen.

Die harsche Kritik der wissenschaftlichen Berater der Asse II-Begleitgruppe („Arbeitsgruppe Option Rückholung“, AGO) sowohl am Rückholplan zu Asse II wie auch an der Standortfestlegung vom 10. Juli (1) ließ die BGE in der Folgesitzung des Begleitprozesses am 11. September an sich abperlen.

Wir sind gespannt, wie die BGE bezüglich Asse II ihren Selbstanspruch an ihren Umgang mit Kritik einzulösen gedenkt, den sie im Zwischenbericht Teilgebiete folgendermaßen formuliert: „In diesem Sinne stellen wir unsere Arbeiten gerne zu Diskussion, um Optimierungspotentiale zu
identifizieren und mit Hilfe vieler Fachexperten*innen unsere Arbeiten weiterzuentwickeln. Dabei sind wir stets bereit Fehler offen einzugestehen und uns entsprechend weiterzuentwickeln.“ (S. 37)

Warum vertrauen wir nicht dem BASE unter der Leitung von Wolfram König?

Die Aufsichtsbehörde BASE unter ihrem Präsidenten Wolfram König (Bündnis 90/Grüne) soll eine öffentliche Begleitung des Endlager-Suchverfahrens ermöglichen. Als König noch Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) war, war dieses von 2009 bis April 2017 Betreiber von Asse II. In diese Zeit fielen mehrere sehr umstrittene Maßnahmen des BfS bezüglich Asse II, die König zu verantworten hat.

Von 2013 bis 2017 betrieb das BfS die Verfüllung von Zugangsstrecken zu den Atommüll-Kammern auf der 750-Meter-Sohle. Damit wurde die Kontrolle von radioaktiven Laugensümpfen und das Abpumpen der radioaktiv kontaminierten Lauge von dieser Sohle erheblich erschwert. Diese Verfüllmaßnahmen geschahen gegen den Protest der Asse II-Begleitgruppe. Auch die wissenschaftliche Kritik der Arbeitsgruppe Option Rückholung und vorgelegte Alternativkonzepte blieben unberücksichtigt. (http://www.asse-watch.de/daneben.html)

Zudem betrieb das BfS lange Jahre eine sogenannte Faktenerhebung, die doch über den Anfang des ersten von drei geplanten Schritten nicht hinauskam und im wesentlichen in falsch ausgerichteten Bohrmaßnamen im Salzbergwerk bestand. Dabei wurde viel Zeit vertan und eine detaillierte
Planung der Rückhoung des Atommülls aus Asse II über viele Jahre verschleppt.

(1) Siehe https://www.ptka.kit.edu/ptka-alt/wte/421.php :

a) AGO-Präsentation „Schachtanlage Asse II – Beurteilung der
BGE-Unterlage ‚Rückholplan‘ und ‚Standortauswahlbericht Zwischenlager‘
durch die AGO“. Vortrag auf der 62. A2B-Sitzung am 10.07.2020,
Lindenhalle Wolfenbüttel.
https://www.ptka.kit.edu/ptka-alt/downloads/%5bA2B-Praesentation%20Bewertung%20R%c3%bcckholplan%5d%20(AGO-03)%20(10-07-2020f).pdf

b) AGO-Stellungnahme zur BGE-Unterlage: „Plan zur Rückholung der
radioaktiven Abfälle aus der Schachtanlage Asse II – Rückholplan“;
https://www.ptka.kit.edu/ptka-alt/downloads/%5bR%c3%bcckholplan%5d%20(AGO-15)%20(06-08-2020f)_mA.pdf

c) AGO-Stellungnahme zur BGE-Unterlage: „Standortauswahl für ein
übertägiges Zwischenlager für die rückgeholten radioaktiven Abfälle aus
der Schachtanlage Asse II“
https://www.ptka.kit.edu/ptka-alt/downloads/ptka-wte-e/%5bStandortauswahlbericht%20ZL%5d%20(AGO-08)%20(22-07-2020f).pdf#Kurzstellungnahme%20Risiken%20R%C3%BCckholbergwerk

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Alles auf die 13 …

Im Strahlenschutz gilt das Minimierungsgebot. Dies ist allgemein bekannt, wird allerdings gern auch „nach Bedarf“ interpretiert. Darauf werden wir im folgenden Blog-Eintrag noch gesondert eingehen.

Niemand wird der Aussage ernsthaft widersprechen, dass von einem sicheren Endlager eine geringere Emission von Radioaktivität ausgeht als von einem Zwischenlager.

Daraus folgt eine einfache Logik: Wer dem gesetzlichen Minimierungsgebot folgt, muss alle Anstrengungen unternehmen, möglichst schnell ein sicheres Endlager zu finden und zu errichten, um die Betriebsdauer eines Zwischenlagers so kurz wie möglich zu halten.

Dieser Grundsatz gilt auch für den zu bergenden Atommüll aus der Schachtanlage Asse II.

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BGE verspielt Vertrauen – nicht nur in der Region

Stellungnahme der unabhängigen Wissenschaftler bestätigt die Kritik der Bürgerinitiativen am Atommüll-Rückholplan der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) für das Bergwerk Asse II

Am Freitagnachmittag (11.9.2020) hat die wissenschaftliche „Arbeitsgruppe Option – Rückholung“ zum Rückholplan der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in Cremlingen (Landkreis Wolfenbüttel) sehr kritisch Stellung genommen.

Die Antwortversuche der BGE waren hilflos und unzureichend. Die BGE arbeitet offensichtlich gemäß politischer Vorgaben der Bundesregierung und weder hinreichend sachbezogen noch gemäß fachlicher Kriterien. Sie verdient auch keinerlei Vertrauensvorschuss in Sachen „Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll (Castor-Behälter)“.

Der „Asse 2-Begleitprozess“ ist wirkungslos und stellt nur noch eine Schein-Beteiligung dar.

Bezüglich Asse II sieht sich der Koordinationskreis unabhängiger Bürgerinitiativen (A2K) vollumfänglich darin bestätigt, den sog. Rückholplan der BGE zurückzuweisen.

1. Es besteht eine tiefe Kluft zwischen dem Anspruch, den der Titel „Rückholplan“ vermittelt, und dem Inhalt der BGE-Ausarbeitung.

2. Die BGE verhält sich absolut ignorant gegenüber dem Verlangen aus der Region, zwei konkrete Asse-ferne Standorte für ein Atommüll-Zwischenlager in einen Vergleich einzubeziehen.

3. Die BGE vernachlässigt die Emission radioaktiver Teilchen aus dem Atommüll.

4. Für eine seriöse Zwischenlager-Suche müssen die Belastungsfaktoren in ihrer Gesamtheit betrachtet werden, nicht nur die Direktstrahlung bei LKW-Straßentransporten von Atommüll.

5. Der sog. Rückholplan der BGE ist mehr daran interessiert, eine Atommüll-Konditionierungsanlage und ein langfristiges Zwischenlager an der Asse zu errichten, als daran, Mensch und Umwelt vor der Radioaktivität durch die Rückholung des Atommülls aus dem langfristig absaufenden Atommüll-Bergwerk Asse II zu schützen.

Der Asse II-Koordinationskreis bekräftigt sein Resümee vom 3. Juli 2020: Alles läuft darauf hinaus, die Errichtung von Konditionierungsanlagen und die Zwischenlagerung von Atommüll an der Asse mit unzutreffenden Daten erzwingen zu wollen, ohne vorher die rechtliche Zulässigkeit der Planungen und der Rückholung insgesamt zu klären.

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Mahnwache „Geh denken“ zu Asse II & Co. am kommenden Montag

Am kommenden Montag, den 7. September findet ab 18 Uhr die 109. Mahnwache zu Asse II & Co. statt. Da der Platz vor Seeliger wieder frei ist, treffen wir uns ab 18 Uhr wieder dort – Lange Herzogstr. 63 in Wolfenbüttel.

Es wird über die Veranstaltungen der letzten Wochen berichtet, u. a. über ein Gespräch mit VertreterInnen des Umweltausschuss des Landtages und über das Gebirgsbeobachtungsgespräch der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), dem Betreiber der Schachtanlage Asse II. Über die Themen des Strahlenschutz-Stammtisches in Schöppenstedt wird Paul Koch, einer der Organisatoren, berichten.

Außerdem wird Luise Bei der Wieden als Vertreterin der Wolfenbütteler Ortsgruppe von FRIDAYS FOR FUTURE über den Stand der Planung des nächsten weltweiten Klimaaktionstages berichten, der am 25. September stattfinden wird.

Die Wolfenbütteler Atom(undKohle)AusstiegsGruppe lädt alle Interessierten und Engagierten ein, sich gegenseitig zu informieren und auszutauschen. Jede/r kann seine Fragen oder Ideen einbringen.

Wie schon bei den letzten Mahnwachen geschehen, sind die Corona-Regeln – selbstverständlich – einzuhalten.

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108. Mahnwache „Geh denken“ zu Asse II und Co am 3.8.2020

Am kommenden Montag, den 3. August findet ab 18 Uhr die 108. Mahnwache zu Asse II & Co. statt. Sie findet ein weiteres Mal auf dem Stadtmarkt vor dem Wolfenbütteler Rathaus statt. Dort kann der entsprechende Abstand gewahrt werden, siehe Foto. 

Es wird über die Themen und den Ablauf der Sitzung der Asse II-Begleitgruppe am 10. Juli berichtet. Dabei ging es insbesondere um die Standortsuche für ein Zwischenlager für den zu bergenden Müll aus Asse II. Auf der Veranstaltung sagte Staatssekretär Flachsbarth vom Bundesumweltministerium, dass die Bundesregierung „politisch“ entschieden hätte, dass nur asse-nahe Standorte untersucht werden sollen. 

Der Kreistag hatte schon am 5.10.2015 der Vorlage der Verwaltung zugestimmt, in der es heißt: „Der Kreistag fordert den unverzüglichen Beginn einer transparenten, ergebnisoffenen, kriterienbasierten Standortsuche für die Konditionierungsanlage, das Puffer- und Zwischenlager. Dies gilt insbesondere für die Suche nach Asse-nahen Standorten, weil das Verfahren einvernehmlich festgelegt ist. Konkrete Entfernungsvorgaben beim Suchverfahren werden abgelehnt.“ Die Ablehnung von konkreten Entfernungsvorgaben beziehen sich darauf, dass kein Mindestabstand zur Wohnbebauung gefordert werden. 

Auf der Internetseite des Ortsverbandes der Grünen steht „Unser Ja zum assenahen Zwischenlager fällt uns nicht leicht. Im Interesse eines guten technisch-gesellschaftlichen Risikomanagements finden wir es aber richtig, uns als Region damit unserer heutigen Verantwortung für den Umgang mit dem Atommüll zu stellen.“

Die Bürgerinitiativen vor Ort stellen klar, dass es Aufgabe der Bundesregierung ist, dafür zu sorgen, dass ein möglichst sicherer Standort für das Langzeit-Zwischenlager gesucht und gefunden wird. 

Der radioaktive und chemotoxische Müll in Asse II ist Eigentum der Bundesregierung, nicht der Region – und Eigentum verpflichtet nach § 14 Abs. 2 Grundgesetz.

Außerdem wird über den „Bericht zu Umweltradioaktivität und Strahlenschutz der Bundesregierung“, über die Petition zu den Olympischen Spielen in Fukushima (Japan) und über die geplanten Gedenkveranstaltungen zu Hiroshima berichtet.

Die Wolfenbütteler Atom(undKohle)AusstiegsGruppe lädt alle Interessierten und Engagierten ein, sich gegenseitig zu informieren und auszutauschen. Wie sagte es Gotthold Ephraim Lessing: „Die Menge auf etwas aufmerksam machen heißt: dem gesunden Menschenverstand auf die Spur zu helfen.

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BGE-Plan für Atommüll aus Asse II mangelhaft

Stellungnahme der unabhängigen Wissenschaftler bestätigt Kritik der Bürgerinitiativen am BGE-Rückholplan

Am Freitagnachmittag hat die wissenschaftliche „Arbeitsgruppe Option – Rückholung“ des Asse2-Begleitprozesses Stellung genommen zum Rückholplan der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), der in der Wolfenbütteler Lindenhalle erneut präsentiert wurde.

1. Tiefe Kluft zwischen Titel „Rückholplan“ und dem Inhalt der Ausarbeitung

Die AGO moniert, dass der Titel des Berichtes „dem Anspruch nur zum Teil gerecht“ wird, weil „kein klar umrissener Weg zu Vorbereitung, Durchführung und Abschluss der Rückholung beschrieben“ wird. Es sei eine „Zusammenfassung lang bekannter Sachverhalte, keine Planung.“

2. Standortbestimmung: Muss ein Atommüll-Zwischenlager an die Asse?

Zur Frage, ob an der Asse ein Zwischenlager für Atommüll errichtet wird, stellt die AGO fest, dass die BGE „die Forderung der Begleitgruppe und der AGO nach Berücksichtigung zweier konkreter Asse-ferner Standorte beim Standortvergleich nicht erfüllt.“ Es sei „ein Verfahren gewählt (worden), das faktisch auf den Grundsatz hinausläuft ‚ein geeigneter Standort genügt‘.“

Die AGO weist zusätzlich darauf hin: „Die Einbeziehung von zwei zusätzlichen Standorten hätte keinen großen Ressourcen- und Zeitbedarf mit sich gebracht, dem Auswahlverfahren jedoch eine größere Akzeptanz und womöglich eine erhöhte Verfahrenssicherheit gegeben.

3. Welche Art von Emissionen aus dem radioaktiven Müll werden berücksichtigt?

Zur Frage, welche radioaktiven Emissionen in die Berechnung der Belastung der anwohnenden Bevölkerung eingehen, kritisiert die AGO: „Die Ableitungswerte der Schachtanlage (sind) kein geeigneter Schätzer für die Ableitung bei/nach Rückholung“, denn “unter den derzeitigen Lagerungsbedingungen in weitgehend vom Wetterstrom abgetrennten Einlagerungskammern ist von einer starken Rückhaltung der Radionuklide auszugehen. Daher (sind die) Absolutwerte der Dosis mit hoher Wahrscheinlichkeit zu niedrig ausgewiesen. Eine angemessen-konservative Berücksichtigung bei übertägiger Lagerung der Abfälle könnte ggf. auch zu einer Bewertung führen, bei der Asse-ferne Standorte günstiger abschneiden.“

4. Wie wird die Strahlenbelastung der Bevölkerung ermittelt?

Auch zur Frage, wie aus Werten für die radioaktiven Ableitungen aus dem Atommüll von Asse II die Belastung der Bevölkerung berechnet wird, nahm die AGO Stellung: „Bei der Modellierung zur Ermittlung der Strahlenexposition von Personen der Bevölkerung ist nicht ersichtlich, ob mit den Szenarienannahmen der Strahlenschutzverordnung von 2001 oder der Strahlenschutzverordnung von 2018 gerechnet wurde. Zugrunde zu legende Daten zum Verhalten von Personen unterscheiden sich deutlich und damit auch die errechneten Dosiswerte.“ Die AGO hält es für „befremdlich, wenn derartige Veränderungen ohne Begründung in den entscheidungsrelevanten Unterlagen auftauchen. Außerdem auch Benennung der Dosiswerte für die sensitivste Gruppe der Referenzpersonen (Säuglinge) nötig.“

5. Durchsetzbarkeit wichtiger als Minimierung der Belastung

Die AGO moniert, dass die Ausarbeitung „Rückholplan“ im Wesentlichen daran orientiert ist, möglichst nah an der Asse ein Zwischenlager für Atommüll zu errichten, das zudem für hochradioaktiven Atommüll (Kernbrennstoffe) geeignet ist. Sie urteilt: „der Suchprozess scheint vorrangig am Aspekt der einfachen Durchsetzbarkeit orientiert.“ Ferner hält die AGO fest, dass sie eine „Auslegung des Zwischenlagers auf die Lagerung von Kernbrennstoff (für) nicht nötig“ erachtet, denn „erwartete Mengen könnten in bestehenden, dafür ausgelegten Lägern gelagert werden.“

Die AGO sieht hier sogar die Gefahr, dass beabsichtigt werden könnte, „in Zukunft das Zwischenlager Asse für die Lagerung von Kernbrennstoffen zu nutzen.“ Sie fordert eine „Überarbeitung und Weiterentwicklung“ zu den zahlreichen Mängeln. Zu den sieben nur mangelhaft ausgeführten Themenbereichen gehören u.a. „Suchraum für ein Zwischenlager, Langzeitaspekte der Zwischenlagerung und alternative Optionen, Umwelt- und Stahlenschutzaspekte bei Standortauswahl und Rückholung, Technische Umsetzbarkeit von Rückholvarianten und Festsetzung von Konditionierungszielen für Abfälle.“

Andreas Riekeberg vom Asse II-Koordinationskreis (A2K) unabhängiger Bürgerinitiativen sieht durch die Stellungnahme der AGO den A2K vollumfänglich darin bestätigt, den sog. Rückholplan der BGE zurückzuweisen, besonders in fünf Punkten:

1. Es besteht eine tiefe Kluft zwischen dem Anspruch, den der Titel „Rückholplan“ vermittelt, und dem Inhalt der BGE-Ausarbeitung.

2. Die BGE verhält sich ignorant gegenüber dem Verlangen aus der Region, zwei konkrete Asse-ferne Standorte für ein Atommüll-Zwischenlager in einen Vergleich einzubeziehen.

3. Die BGE vernachlässigt die Emission radioaktiver Teilchen aus dem Atommüll.

4. Die Umstellung der Art und Weise, wie aus gegebenen radioaktiven Emissionen die Belastung der Menschen in der Umgebung berechnet wird, durch die neue Strahlenschutzverordnung ist weder öffentlich wahrgenommen noch wird im Rückholplan darauf hingewiesen, obwohl diese Umstellung zu unabsehbaren Konsequenzen führt für die Abschätzung, wie gefährlich Atomanlagen für Anwohner*innen sind.

5. Der sog. Rückholplan ist mehr daran interessiert, ein langfristiges Zwischenlager und eine Atommüll-Konditionierungsanlage an der Asse zu errichten, als am Schutz von Mensch und Umwelt vor Radioaktivität.

Heike Wiegel bekräftigt das Resümee des A2K vom 3. Juli 2020: „Alles läuft darauf hinaus, die Errichtung von Konditionierungsanlagen und die Zwischenlagerung von Atommüll an der Asse mit unzutreffenden Daten erzwingen zu wollen, ohne vorher die rechtliche Zulässigkeit der Planungen und der Rückholung insgesamt zu klären.“

Quellen:

Asse II-Koordinationskreis: „BGE-Plan für Atommüll aus Asse II mangelhaft“, Presseerklärung vom 10. Juli 2020, http://www.asse-watch.de/pdf/2020-07-10_A2K_PE_AGO_bestaetigt_BGE-Plan_mangelhaft_END.pdf

Arbeitsgruppe Option – Rückholung: „Schachtanlage Asse II. Beurteilung des Rückholplans und des Standortauswahlberichts der BGE für ein Zwischenlager durch die AGO.“

Fotoserie über die Präsentation am 10.7.: http://www.asse-watch.de/ago-vortrag-rueckholplanbewertung.html

Stellungnahmen der AGO werden veröffentlicht auf https://www.ptka.kit.edu/ptka-alt/wte/421.php

BGE: Plan zur Rückholung der radioaktiven Abfälle aus der Schachtanlage Asse II – Rückholplan, Peine 2020

Quelle: https://www.bge.de/fileadmin/user_upload/Asse/Wesentliche_Unterlagen/Rueckholungsplanung/Der_Rueckholplan/2020-02-19_Rueckholplan_Rev00.pdf

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Offener Brief: Deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen – versprochene Überarbeitung des Euratom-Vertrages umsetzen

Am 1. Juli 2020 übernimmt Deutschland den Vorsitz im Rat der Europäischen Union. In dieser Zeit leitet und koordiniert die deutsche  Bundesregierung die Arbeit des Rates. Die unterzeichnenden Organisationen und Initiativen erwarten von der Bundesregierung, dass sie den Vorsitz der Ratspräsidentschaft dafür nutzt, endlich einen konkreten Zeitplan für die Überarbeitung des EURATOM-Vertrages zu vereinbaren.

Bereits in der Koalitionsvereinbarung von 2018 haben CDU/CSU und SPD vereinbart, dass der EURATOM-Vertrag „hinsichtlich der Nutzung der Atomenergie an die Herausforderungen der Zukunft angepasst“  werden muss. Weiter wurde als Teil der Koalitionsvereinbarung festgehalten, dass in Zukunft „keine EU-Förderung für neue Atomkraftwerke“  erfolgen dürfe. Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass diese Vereinbarungen im Koalitionsvertrag bei weitem zu kurz greifen und fordern die Bundesregierung auf, sich innerhalb der EU für einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomenergie einzusetzen. Wir erwarten von der Bundesregierung jedoch, dass sie mindestens die im Koalitionsvertrag zugesicherte Revision des EURATOM-Vertrages als einen Schwerpunkt der deutschen Ratspräsidentschaft voranbringt. Weiterlesen

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Ausgabe 11 der Asse-Durchblicke ist erscheinen

 

 

 

Die neueste Version der Asse-Durchblicke kann hier heruntergeladen werden.

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Mahnwache – „Re-Start“ am 6.7.2020

Am ersten Montag im Juli findet die Mahnwache zu Asse II & Co. wieder statt – mit dem entsprechenden Abstand und mit Mund- und Nasenschutz. Treffpunkt ist am Montag, den 6. Juli – wie immer – ab 18 Uhr vor Seeliger, Lange Herzogstr. 63 in Wolfenbüttel. Sollte dort aufgrund der Baustelle Platzmangel bestehen, weichen wir auf den Stadtmarkt aus, der gleich nebenan liegt.

Als Themen stehen an

  • der Rückholungsplan für den radioaktiven und chemo-toxischen Müll aus
    Asse II,
  • die Standortsuche für ein „Zwischen“lager für den geborgenen Müll und für das
    Eingangslager für Schacht Konrad,
  • aber auch Klimaschutz und andere aktuelle gesellschaftliche Themen.

Die Wolfenbütteler Atom(undKohle)AusstiegsGruppe lädt alle Interessierten und Engagierten ein, sich gegenseitig zu informieren und auszutauschen, denn: „Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern. “ (Afrikanisches Sprichwort)

Veröffentlicht unter Atompolitik, Endlager, Zwischenlager