Offener Brief an das BfS und Petition zu „Fukushima-Jahrestag im Zeichen der olympischen Ringe: Aufenthalt stellt kein Risiko dar“

Paul Koch und Bodo Walther von der hiesigen Initiative „Europäischen Aktionswochen für eine Zukunft von Tschernobyl und Fukushima“ (EuAW/BS) und dem landeskirchlichen „Arbeitskreis Japan“, sowie Eleonore und Wolfgang Bischoff von der Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) haben sich mit einem „offenen Brief“ am 19.03.2020 an das Bundesamt für Strahlenschutz gewandt mit der Bitte, die verharmlosende Pressmitteilung vom 09.03.2020 „Fukushima-Jahrestag im Zeichen der olympischen Ringe: Aufenthalt stellt kein Risiko dar“ fachlich neu zu bewerten und der Situation angemessen darzustellen.

Unterstützung holte sich diese Gruppe von Wissenschaftlern und per Petition von Menschen aus dem In- und Ausland. Stand der Petition (21.03.2020): 82 Unterzeichner vorwiegend aus Deutschland, sowie Menschen aus Japan, USA, Frankreich, Schweiz, Belgien, Spanien und Weißrussland haben bereits unterzeichnet.

Die Petition läuft noch bis zum 09.08.2020 (geplanter Abschluss der Olympischen Spiele in Tokyo). Wer sich an der Petition beteiligen will, kann das im Internet tun: https://www.openpetition.de/petition/online/gegen-die-verharmlosung-zu-fukushima-olympia-2020. Der Link kann auch gerne weitergeleitet werden.

Hintergrund:

Die Braunschweiger Zeitung (21.03.2020/Sport) veröffentlicht eine dpa-Meldung mit der Überschrift: „Athleten sind die Leidtragenden“ – Laute Kritik am IOC…“.  Max Hartung (Säbelfechter und Athletensprecher) sagte vor ein paar Tagen in einem Spiegel-Interview zur möglichen Verschiebung der olympischen Spiele wegen Corona: „Im Moment geht es vor allem darum, wie die Gesundheit der Sportler und unserer Mitmenschen gewährleistet werden kann. Für andere Fragen wird später noch Zeit sein.“

Die Gesundheit der Sportler ist aktuell durch „Corona“ bedroht. Eine langfristige und nicht minder dramatische Bedrohung der Gesundheit der Sportler und Sportbegeisterten – finden die Olympischen Spiele 2020 tatsächlich statt – sind die Folgen der ionisierenden Strahlung, die in Fukushima und Umgebung noch reichlich vorhanden sind. Japans Premierminister Shinzo Abe sagte: „Wir haben Fukushima im Griff, es gab keine Probleme und es wird auch in Zukunft keine Probleme geben“. Mit diesem Satz hat er sich die Zustimmung der Olympischen Spiele Tokyo 2020 geholt und ein Vertreter des IOC sagte: „Das wollten wir hören“. Die Interessen Japans und die Interessen des IOC sind durchschaubar. Wo aber liegen die Interessen vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), wenn es am 09.03.2020 zum Fukushima-Jahrestag und den anstehenden Olympischen Spielen in einer Pressmitteilung schreibt: „Fukushima-Jahrestag im Zeichen der olympischen Ringe: Aufenthalt stellt kein Risiko dar“?

Viele Menschen der Region rund um die Asse, die sich tagtäglich in irgendeinem Zusammenhang mit dem Thema „Radioaktivität“ beschäftigen, wundern sich sehr über diese verharmlosende Darstellung bezüglich der Strahlenbelastung vor Ort (Japan).

Diese Menschen gehören zum großen Teil auch zu denen, die vor 34 Jahren bewusst die Folgen von Tschernobyl in unserer Region erlebt und die sich auch mit den Menschen vor Ort (Belarus/Ukraine) solidarisiert haben (Kindererholung/humanitäre Hilfe/Besuche von sozialen Einrichtungen/Krankenhäuser in Belarus und der Ukraine etc.). Wer sich an die Zeit vor 34 Jahren erinnert, erinnert sich vielleicht auch an die Verharmlosung, die nach der Tschernobyl-Katastrophe zu beobachten war, nachdem sich der erste Schock gelegt hatte. Manche von diesen Menschen haben sich tatsächlich erst mit bzw. nach der Tschernobyl-Katastrophe mit dem Thema Radioaktivität auseinandergesetzt. Sie haben aber verinnerlicht, dass das radioaktive Isotop Caesium 137 (137Cs), ein Produkt der Kernspaltung (verantwortlich für die langfristige Strahlenbelastung von Natur und Mensch), eine Halbwertzeit von 30 Jahren hat. Für Tschernobyl heißt das, dass die erste Halbwertzeit zwar vorüber, aber die andere Hälfte dieses Caesium 137 noch vorhanden ist.

Für Fukushima heißt dass, das erst 1/3 der ersten Halbwertzeit vorüber ist. Auch wenn Häuser, Straßen und Stadien dekontaminiert wurden, bleibt die Frage, welche Strahlenbelastung nach möglichen Wettereinflüssen von den nicht de-kontaminierbaren Wäldern und Bergen in die bereits de-kontaminierten Bereiche gelangen können.

Die Aussage vom BfS: „Aufenthalt stellt kein Risiko dar“ kann schon mit diesen Überlegungen stark in Zweifel gezogen werden.

„Grenzwerte ionisierender Strahlung zwischen Verharmlosung und Hysterie“ und „Atomkraft, Olympia und die Medien“ wären in diesen Tagen Veranstaltungen im Rahmen der „Europäischen Aktionswochen für eine Zukunft von Tschernobyl und Fukushima“ in der Region Braunschweig gewesen, hätte nicht „Corona“ einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Referenten dieser geplanten Veranstaltungen wurden gebeten, einen Kommentar zu der BfS-Pressemitteilung abzugeben.

Dr. Hagen Scherb schreibt: „…ignorieren in leichtfertiger, unverantwortlicher Weise die einfach nachweisbaren Gesundheitsschäden…“. Dr. Andreas Singler schreibt: „…Bundesamt für Strahlenschutz beschönigt Situation in Fukushima“. Dr. Florian Meißner schreibt: „… lediglich auf die Folgen eines Kurzaufenthalts zu schauen … nährt das irreführende Narrativ der ‚überwundenen‘ Katastrophe.“ Bezugnehmend auf viele Studien erläutern die Wissenschaftler detailliert die Gefahren ionisierender Strahlung.

Weitere Informationen (offener Brief und die Kommentare der Wissenschaftler sind nachzulesen im Internet: https://akjapan.home.blog/2018/12/30/aktuelles-aus-dem-arbeitskreis-japan/

Bürgerinnen und Bürger der Asse II-Region
c/o Paul Koch
Sozialdiakon i.R.
Projektreferent – Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima –
Projektleiter „Europäische Aktionswochen…“ Ev. Akademie Abt Jerusalem/ Braunschweig
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Akten des Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Landtages zur Schachtanlage Asse II: Analysiert, aber Bericht bleibt geheim?

Zwischen 2013 und 2018 arbeitete das Institut für Wissensanalyse und Wissenssynthese (IWW) des Helmholtz Zentrum München – finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) – an dem Projekt „Wissensmanagement von Altdokumenten aus Forschung, Verwaltung und Betrieb“ . Als Altdokumente wurden die Akten des 21. PUA des Niedersächsischen Landtages zu den „Vorgängen in der Schachtanlage Asse II“ genutzt. Das Projekt wurde zum Jahreswechsel 2018/19 eingestellt. Es sollte ein Abschlussbericht folgen.

Die Wolfenbütteler Atom(undKohle)AusstiegsGruppe (WAAG) hat jetzt Ministerin Karliczek angeschrieben, deren Ministerium die Aufarbeitung der Akten finanziert hatte. Die WAAG hat die Ministerin u. a. gefragt, seit wann ihr der Abschlussbericht vorliegt, warum er noch nicht veröffentlicht wurde und wann und wo er veröffentlicht wird.

Wie verlautet sollte der Abschlussbericht dem BMBF vor der Veröffentlichung vorgelegt werden. Deshalb wurde auch nachgefragt, ob das BMBF oder andere Stellen Einfluss auf den Bericht nehmen dürfen, bevor er veröffentlicht wird. Die WAAG ist der Meinung, dass – sollten Änderungen vorgenommen werden – diese gekennzeichnet werden müssen.
Weiter wurde gefragt, ob noch weitergehende Arbeiten notwendig sind, um das Datenmaterial z. B. für die Rückholung zu nutzen, und was in Bezug auf die fehlenden 420 identifizierten Dokumente unternommen wird.

2011 hatte die WAAG eine Postkartenaktion „Karten auf den Tisch“ an Bundeskanzlerin Merkel und dem damaligen Umweltminister Röttgen gestartet, an der sich auch
die vor kurzem verstorbene Schriftstellerin Gudrun Pausewang beteiligte.

Abschließend bat die WAAG die Ministerin, den ehemaligen Leiter des IWW, Herrn Eck, damit zu beauftragen, die hiesige Bevölkerung auf einer öffentlichen Veranstaltung im Niedersächsischen Landesarchiv in Wolfenbüttel über die Ergebnisse, die Erkenntnisse für die Rückholung und die evtl. noch notwendigen Arbeiten in Bezug auf die Auswertung der Akten zu informieren.

Der Landtag hatte seinerzeit beschlossen, dass die Akten des Parlamentarischen
Untersuchungsausschusses zu Asse II ins Landesarchiv in Hannover kommen sollten. Die WAAG hatte sich mit dem Argument, dass sie Teil unserer Heimatgeschichte sind, dafür eingesetzt, dass sie ins Landesarchiv in Wolfenbüttel überführt werden. Immerhin wurde so erreicht, dass Kopien der Akten im Landesarchiv Wolfenbüttel geführt werden und einsehbar sind. Allerdings sind nicht alle Akten einsehbar. Das hiesige Landesarchiv hatte nach Eintreffen der Akten erfreulicherweise eine Infoveranstaltung durchgeführt.

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Mahnwache zu Asse II & Co. am kommenden Montag

Am kommenden Montag, den 2. März findet wieder ab 18 Uhr die Mahnwache zu Asse II & Co. vor Seeliger, Lange Herzogstr. 63 in Wolfenbüttel statt.

Diese Mahnwache ist die Auftaktveranstaltung der diesjährigen „Europäischen Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ (EuAW). Paul Koch, der Initiator der EuAW, wird das Veranstaltungsprogramm, das für die nächsten Wochen geplant ist, vorstellen.

Darüber hinaus wird über die zwischenzeitlich stattgefundene Anhörung zu der Erweiterung des Pestizidlagers in Bad Harzburg (250 m von der Radau entfernt) berichten.

Außerdem soll über das Thema „Klimanotlage in Stadt und Landkreis Wolfenbüttel“ gesprochen werden. Gemeint ist damit, wie der Klimawandel bei den Entscheidungen der Stadt und des Landkreises bzw. des Stadtrates und des Kreistages zukünftig berücksichtigt werden soll.

Zum Thema Asse II wird über die angekündigte Rückholungsplanung des Betreibers diskutiert werden, die von Bürgerinitiativen bereits seit 2016 gefordert wird und die mit vierjähriger Verspätung nun auch von der Kommunalpolitik angemahnt wird.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zu informieren und sich auszutauschen.

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Kein WAAG-Treffen in der Ulme, sondern auf dem Stadtmarkt

Wir hatten zu unserem Treffen am Freitag, den 28.2.20 in der Ulme eingeladen. Jetzt findet an dem Tag auch um 18 Uhr eine Mahnwache für die Opfer von Terror und Gewalt statt, siehe https://regionalheute.de/freitag-auf-dem-stadtmarkt-mahnwache-fuer-die-opfer-von-terror-und-gewalt-1582783274/
Da wir dieses Thema auch für ganz wichtig halten, wollen wir als WAAG die Mahnwache unterstützen und treffen uns um 18 Uhr auf dem Stadtmarkt. Nach der Mahnwache entscheiden wir, ob wir uns noch in der Stadt zusammensetzen oder noch zur Ulme fahren oder unser Treffen um eine Woche verschieben.
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WAAG trifft sich am Freitag in der Ulme

Die Bürgerinitiative Wolfenbütteler Atom(und Kohle)AusstiegsGruppe (WAAG) trifft sich am Freitag, den 28. Februar ab 18 Uhr im Stadtteiltreff „Die Ulme“ Ulmenweg 2b in Wolfenbüttel.

Es werden Themen rund um Asse II, die kommunale Klimapolitik und andere Umweltthemen besprochen.

Die WAAG lädt alle Interessierten ein, sich zu informieren und in lockerer Runde auszutauschen.

Achtung geänderter Eingang!

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Mahnwache „Geh denken!“ am kommenden Montag

Am 3. Februar ist es wieder so weit, dann findet ab 18 Uhr wieder die monatliche Mahnwache vor Seeliger, Lange Herzogstr. 63 statt. Veranstalterin ist die Wolfenbütteler Atom-und KohleAusstiegsGruppe (WAAG).

Themen zur Schachtanlage Asse II werden sein die Podiumsdiskussion der Bürgerinitiativen mit Landesumweltminister Lies, Bundestagsabgeordneten Perli und dem Betreiber der Schachtanlage. Dazu stellt sich auch die Frage, was muss jetzt konkret passieren, damit die Eigentümerin der Schachtanlage Asse II – die Bundesregierung – endlich ihren Verpflichtungen gegenüber der Region nachkommt. Brauchen wir eine Lex Asse 2.0, d. h. eine Überarbeitung des Atomgesetzes?

Reinhard Voges wird über „Klimafreundliche Landwirtschaft mit Bioökonomie“ berichten.

Auch „Agrarwende anpacken!“ und die „Ausrufung des Klimanotstands“ werden Themen der Mahnwache sein.

 

Außerdem soll der kürzlich verstorbenen Gudrun Pausewang gedacht werden, die den Reaktorunfall in Tschernobyl in ihrem Buch „Die Wolke“ verarbeitete und dem im Januar 1986 verstorbenen Reinhold Stoevesand, der mit juristischen, politischen und öffentlichkeitswirksamen Mitteln gegen die am 4. März 1976 genehmigte Einlagerung von 100.000 bestrahlten Kugelbrennelementen aus dem Jülicher Versuchsreaktor in die Schachtanlage Asse II verhinderte.

 

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zu informieren und sich auszutauschen.

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Kostenlose Messungen für AnwohnerInnen der Schachtanlage Asse II

Seit 2012 wird ein Messprogramm für die Produkte der Landwirte durchgeführt, siehe https://www.bge.de/de/aktuelles/meldungen-und-pressemitteilungen/meldung/news/2019/11/404-schachtanlage-asse-ii-und-endlager-konrad/
Wir hatten als Bürgerinitiativen gefordert, dass AnwohnerInnen ihre Produkte aus dem Garten, Bodenproben und z. B. Brunnenwasser kostenlos vor Ort beproben lassen können. Die Beprobung vor Ort ist zwar leider nicht möglich, allerdings bietet die BGE jetzt die Möglichkeit, dass sich auch Anwohnerinnen an dem für sie kostenlosen Messprogramm beteiligen können. Das gilt für AnwohnerInnen innerhalb von 10 km um die Schachtanlage Asse II. Informationen über das Messprogramm finden Sie im Anhang. Auf der zweiten Seite finden Sie den Vordruck für die Anmeldung zum Messprogramm.

 

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