Zur Diskussion: NUCLEAR WASTE: Von der „Geologischen Tiefenlagerung“ zur „Dualen Strategie“

Von Marcos Buser

Titelbild: Sickerwasser im Bergwerk und „Versuchsendlager“ Asse (Foto: Bundesamt für Strahlenschutz, aus: https://www.kontextwochenzeitung.de/wirtschaft/62/radioaktive-zeitbombe-aus-karlsruhe-840.html)

Am 26. April 2016 fand im Anschluss an die Jahresversammlung der Schweizerischen Energie-Stiftung eine kontradiktorische Veranstaltung über die Entsorgung radioaktiver Abfälle statt, an der Markus Fritschi (Nagra) und Anne Kathrin Leuz (ENSI) auf der einen Seite, und Marcos Buser (Zürich) und Martin Ott, Landwirt, Rheinau (Zürich), auf der Anderen teilnahmen. In seinem Eingangsstatement distanzierte sich Marcos Buser vom heute in der Schweiz verfolgten Konzepts des geologischen Tiefenlagers. Eine umfassendere Begründung dafür folgt nun mit diesem Blogbeitrag in drei Teilen.

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Veranstaltung der BGE „Betrifft: Asse – Die radioaktiven Abfälle in der Asse“ am Mittwoch, 9. Mai 2018, in der Infostelle Asse, Am Walde 1 in Remlingen

Die Einladung mit Themen und Referenten entnehmen Sie bitte der Internetseite des (neuen) Betreibers, der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), siehe  https://www.bge.de/de/meldungen/2018/5/ankuendigung-betrifft-asse/

Einer der Referenten ist Dr. Rainer Moormann. Er arbeitete 35 Jahre lang in der Kernforschungsanlage (KFA), aus der ein Großteil des Inventars der Schachtanlage Asse II stammt. Für seine Kritik am dortigen Versuchsreaktor und den damit verbundenen Nachteilen für ihn erhielt er den Whistleblowerpreis 2011.

Am 11.1.12 schrieb er u. a. an den damaligen Betreiber, aber auch dem Landes- und Bundesumweltministerium einen Brief mit dem Betreff „Falsche und unvollständige Angaben des Forschungszentrum Jülich in einer schriftlichen Stellungnahme vom Januar 2010 zur Einlagerung von AVR-Abfall in die Asse-2?“ Der Brief ist auf der Internetseite der Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) zum Schluss des Beitrages „Einlagerungen aus dem Forschungszentrum Jülich“ hinterlegt, siehe https://waagwf.wordpress.com/2018/04/04/einlagerung-aus-dem-forschungszentrum-juelich-spurensuche/

Die WAAG hatte deshalb sowohl das Thema „Inventar“, als auch die Einladung von Herrn Moormann vorgeschlagen. Wir begrüßen, dass die BGE dem nachgekommen ist.

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Mahnwache zu Asse II und mehr am Montag, den 7.5.2018

Am Montag, den 7.5.2018, findet ab 18.00 die 87. Mahnwache zu Asse II & mehr vor Seeliger, Lange Herzogstr. 53 in Wolfenbüttel statt.

Bei dieser Mahnwache liegt der absolute Schwerpunkt auf den Themen zu Asse II. So soll informiert und diskutiert werden, worin sich der vom Kreistag installierte Begleitprozess zur bisherigen Asse-II-Begleitgruppe unterscheidet.

Der Asse II-Koordinationskreis (Zusammenschluss der hiesigen Bürgerinitiativen) beteiligt sich nicht an diesem neuen Begleitprozess. Die Vertreter des Asse II Koordinationskreises sind aber weiterhin im Gespräch mit dem Betreiber der Schachtanlage Asse, der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE).  Auf der Mahnwache wird mit den TeilnehmerInnen besprochen, welche Themen angesprochen bzw. hinterfragt und welche Vorschläge gemacht werden sollen.

Außerdem wird es um das Thema Erweiterung und Neuausrichtung der Umgebungsüberwachung um die Schachtanlage Asse 2 gehen.

Die Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe lädt alle Interessierten zum Informations- und Meinungsaustausch ein.

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Stellungnahme Asse II-Koordinationsausschuss zur Sitzung des Begleitprozesses am 27.4.2019

Konzept der Umgebungsüberwachung fragwürdig

Mitglieder des Asse II-Koordinationskreises haben das Treffen des Asse II-Begleitprozesses am 27.04.2018 in Wolfenbüttel besucht. „In einigen Punkten ist vordringlicher Handlungs- und Gesprächsbedarf deutlich geworden: die Kommunikation des Betreibers bezüglich Schacht 5 muss verbessert werden, das gegenwärtige Konzept der Umgebungsüberwachung ist fragwürdig und das Bewusstsein über verschiedene Formen von Begleitprozessen muss geschärft werden.“

1. Die Kommunikation des Betreibers bezüglich der Realisierbarkeit des Schachtes Asse 5 am gegenwärtig geplanten Standort war bei dem Begleitprozess-Treffen am 27.4. von Uneindeutigkeit geprägt.

Doch dieser neue Schacht Asse 5 und seine Anbindung an das Bergwerk sind von zentraler Bedeutung. Sie sind nicht nur eminent wichtig für die künftige vollständige Rückholung des Atommülls und des Giftmülls, sondern schon jetzt für die Betriebssicherheit der gesamten Schachtanlage Asse II. Hier sollte der Betreiber seine Kommunikation präzisieren.

2. Das gegenwärtige Konzept der Umgebungsüberwachung von Asse II ist grundsätzlich fragwürdig.

Im Rahmen der Umgebungsüberwachung werden nur die radioaktiven Niederschläge in der Umgebung der Schachtanlage gemessen. Prof. Dr. Bertram (AGO) verdeutlichte: um die langfristige Belastung der Bevölkerung an der Asse zu ermessen, seien Erkenntnisse über die Anreicherung radioaktiver Teilchen wichtig, beispielsweise von radioaktivem Wasserstoff (Tritium) und Kohlenstoff (C-14) in den Organismen der Umwelt.

Da sich die Umgebungsüberwachung beim Begleitprozess-Treffen am 27.4. diesbezüglich für nicht zuständig erklärte, sollte hier eine Revision des Überwachungsauftrages erfolgen.

Insbesondere stellt sich der Asse II-Koordinationskreis hinter die Forderung von Heike Wiegel, Baumscheibenanalysen von Bäumen aus der Umgebung der Schachtanlage durchzuführen. Hier könnten vermutlich Aufschlüsse über den Verlauf der Emissionen in den 50 Jahren seit Beginn der Einlagerung von Atommüll in Asse II gewonnen werden.

3. Der Charakter des Begleitprozesses hat sich geändert. 

Die jüngst installierte „Zivilgesellschaftliche Vertretung“ (ZGV) soll die Vertretung der Interessen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen im Begleitprozess ermöglichen. Die Asse2-Begleitgruppe – so wie sie 2008 gegründet wurde – war hingegen darauf ausgerichtet, das Handeln des Betreibers kritisch zu begleiten und als Vertretung der gesamten Region Forderungen an den Betreiber oder den Gesetzgeber zu formulieren, die sich auf durchzuführende oder zu unterlassender Maßnahmen in Asse II bezogen.

Der Asse II-Koordinationskreis (aus Bürgerinitiativen, Organisationen und Einzelpersonen gegen die Flutung der Asse) wird das Handeln des Betreibers der Schachtanlage Asse II und das Agieren der Politik in Bund, Ländern und Kommunen bezüglich Asse II weiterhin kritisch begleiten. Er setzt seine fachlich orientierte Arbeit fort, unter anderem mit dem nächsten Treffen am Dienstag, dem 8. Mai, um 19 Uhr in Remlingen. Weiterlesen

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Eilmeldung: Laufzeitverlängerung – geht es wieder los?

Bisher von der Öffentlichkeit wenig beachtet hat sich ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums am 11.4.2018 im Wirtschaftsausschuss unter dem

Tagesordnungspunkt 3
Bericht des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Energie zum Stand der Umsetzung des Urteils des
Bundesverfassungsgerichts vom 6.12.2016 zum
Atomausstieg

mit hochbrisanten Sätzen geäußert.

Die Frage der Entschädigung der Atomkonzerne sei Thema der Klausur der Bundesregierung im Meseberg gewesen.

Finanztreff.de berichtet über die Aussagen im Wirtschaftsausschuss weiter:

„Wie aus dem Ministerium verlautet, werden dazu mehrere Varianten erörtert, die von einer Verlängerung der Laufzeiten einzelner Kraftwerke bis hin zu einem finanziellen Ausgleich reichen. „

Dass ein (bewusst?) schlampig formuliertes Gesetz erst dazu führte, dass den Atomkonzernen satte Entschädigungen zu Lasten des Steuerzahlers zugesprochen wurden jetzt auch noch den Heben dazu bietet, den Atomausstieg infrage zu stellen, wirft Fragen auf.

Offenbar sehen politische Kräfte die Zeit gekommen, den unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe in Fukushima beschlossenen Atomausstieg aufzuweichen oder gar zurückzudrehen. Es ist schon perfide, wenn der Bevölkerung mit einer Argumentation, man wolle die finanziellen Belastungen der Steuerzahler minimieren, eine Zustimmung zu einer Laufzeitverlängerung schmackhaft gemacht werden soll.

Offenbar denkt man im Bundeswirtschaftsministerium darüber nach, eine etwaige Laufzeitverlängerung im Handstreich zu vollziehen. Laut Finanztreff.de hat Bundeswirtschaftsminister erklärt, dass die Entschädigung der Atomkonzerne bis zum 30.6.2018 abschließend geregelt sein soll.

zum Artikel von Finanztreff.de

 

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Treffen des Asse II-Koordinationskreises

Der Asse II-Koordinationskreis trifft sich am Dienstag den 24.04.2018 um 19 Uhr in
den Gemeinderäumen der Kirchengemeinde St. Thomas in Wolfenbüttel, Jahnstraße
5.

Die Remlinger Erklärung wurde am 4.4.2007 einer breiten Öffentlichkeit
vorgestellt. Die damaligen Forderungen wie z.B. Asse II nicht per Flutung stillzulegen
oder das Bergwerk Asse II unter das Atomrecht zu stellen ist, wurden erfüllt. Die
Remlinger Erklärung bedarf also einer Aktualisierung. Die aktuellen Forderungen wie
z.B. schnellstmögliche Rückholung des radioaktiven und toxischen Mülls aus der
Asse oder eine Minimierung der Strahlenbelastung für Beschäftigte und Bevölkerung
sollen bei dem Treffen diskutiert werden. Alle interessierten Gäste sind herzlichst
willkommen.

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Resümee zum Öffentliche Fachworkshop der BGE „Vorstellung der geologischen Oberflächenkarte Asse“

Am Donnerstag fand die hier https://www.bge.de/de/meldungen/2018/3/asse-geologie-kartierung/  angekündigte Veranstaltung statt. Auf dieser Internetseite finden Sie unten Links mit Berichten zur überarbeiteten geologischen Oberflächenkarte. Die Vorträge werden lt. BGE noch ins Internet gestellt.

Der Asse II-Koordinationskreis (Koordinationskreis von Bürgerinitiativen und Einzelpersonen) nahm mit 10 VertreterInnen teil. Hier die gemeinsame Pressemeldung:

Interessante neue Erkenntnisse über die Asse und insbesondere ihre
geologische Oberflächenstruktur! Sie werfen neue Fragen zur Tiefenstruktur
des Salzstocks auf, aber stehen keiner der dringend notwendigen Maßnahmen
für die Rückholung des Atommülls entgegen.

Die Auswertung der 2000 GPS-stationierten Beobachtungspunkte an der
Oberfläche der Asse durch Dr. Hans Joachim Franzke ergibt nun ein viel
detaillierteres Bild der Oberfläche und zeigt, dass auch die bisherigen
Modellvorstellungen zur Entstehung des Salzstocks korrekturbedürftig sind.

Vermutlich wurden die schon vorher längs und quer gebrochenen
Sedimentschichten über den Zechstein-Salzlagen durch tektonische
Spannungen aufgefaltet, wobei die Nordflanke über die Südflanke geschoben
worden sei und das zeitweise ca. 100°C heiße Salz in die dadurch
entstandenen Hohlräume fließen konnte.

Eine wichtige Erkenntnis: für das bisher über dem Salzstock vermutete
„verstürzte Deckgebirge“ gebe es keine Hinweise. Daher sei hier ein
geschichteter Aufbau des Gesteins anzunehmen.

Neue Erkenntnisse im Rahmen der geologischen Revisionskartierung konnten
auch durch eine Pollenanalyse gewonnen werden: die Sulfate, die sich in
Gesteinsschichten befinden, die im Grenzbereich zwischen Nordflanke und
Südflanke an die Oberfläche austreten, sind den Zechstein-Salzen
zuzuordnen, aus denen auch der eigentliche Asse-Salzstock besteht.

Für die Mitglieder des Asse II-Koordinationskreises ergaben aus dem
Fachworkshop verschiedene Folgerungen, unter anderem:

1. Sind Zechstein-Salze in oberen Bereichen der Asse wirklich nur
mitgeschleppte Scherreste aus der Zeit der Auffaltung, oder bestehen hier
möglicherweise bisher unerkannte Wegsamkeiten in die Tiefe?

2. Gegen den Bau des Schachtes „Asse 5“ (zur Rückholung des Atommülls) an
der bislang ausgewählten Stelle ergaben sich durch die Revisionskartierung
keine neuen Bedenken. Mit dieser für die Rückholung wichtigen Maßnahme
könnte der Betreiber der Schachtanlage Asse II also unverzüglich beginnen.
Wobei es zielführend wäre, gleichzeitig einen zweiten, alternativen
Schachtansatzpunkt zu bestimmen – um den Zeitverlust für den Fall gering
zu halten, dass die Abteufung von „Asse 5“ am derzeitigen Punkt scheitern
sollte.

3. Wie weit reichen die Störungen in den geologischen Formationen, die an
der Oberfläche erkennbar sind, in die Tiefe? Nach der
Oberflächenkartierung sind nun auch Tiefbohrungen nötig, um Kenntnisse
über die Strukturen in der Tiefe der Asse zu erweitern.

Insgesamt waren sich die Workshop-Teilnehmer des Asse II-
Koordinationskreises darin einig, dass die Öffnung der Fachworkshops zur
Asse für die Öffentlichkeit ein richtiger Schritt des Betreibers ist, um
interessierten Kreisen genauere Einblicke zu gewähren. Ein weiterer, nicht
selbstverständlicher Schritt sei die deutlich gewordene grundsätzliche
Infragestellung alter Gewissheiten, was die Berücksichtigung neuer
Erkenntnisse überhaupt erst zulasse.

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